27.01.2003

POCKENImpfplan mit Schwächen

Nach Ansicht des Bundesverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes hat das Konzept der Bundesregierung zur Abwehr eines Pockenangriffs einige Schwachstellen. In einem Brief an die sozialdemokratische Gesundheitsministerin Ulla Schmidt schreibt der Verband, der Plan der Regierung, im Fall eines Terrorangriffs die gesamte Bevölkerung impfen zu können, sei "viel zu optimistisch" und gehe "von Prämissen aus, die nicht unwidersprochen bleiben dürfen". So lasse schon die Planung, medizinisches Personal vorsorglich zu impfen, "außer Acht, dass der derzeit zur Verfügung stehende Impfstoff in ,Friedenszeiten' nicht genehmigungs- und verkehrsfähig ist".
Auch würden die Geimpften wegen der Übertragungsgefahr durch das Serum zwei Wochen lang nicht arbeiten können. Die Ärzte rechnen daher mit durch Arbeitsausfälle verursachten Kosten für die öffentliche Hand in Höhe von insgesamt 250 Millionen Euro. Zudem erlaube "die personelle Situation" in den meisten Gesundheitsämtern derzeit "keine konsequente Umsetzung" des Pockenalarmplans.

DER SPIEGEL 5/2003
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POCKEN:
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