27.01.2003

ASEANGemeinsam gegen den Terror

Mehr als drei Monate nach den mörderischen Bombenanschlägen auf der Urlaubsinsel Bali, bei denen mindestens 192 Touristen starben, wollen die Regierungen der Asean-Staaten ihre Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus verbessern. Um Täter effizienter verfolgen und Opfer einfacher identifizieren zu können, setzen die Polizeibehörden des zehn Nationen zählenden Regionalbündnisses künftig auf engen Informationsaustausch. "Im Fall eines Angriffs kann das betroffene Land die anderen Asean-Partner um Hilfe bitten", so Indonesiens Polizeichef Dai Bachtiar. Das neue polizeiliche Netzwerk, das im Juni seine Arbeit aufnehmen soll, richtet sich vor allem gegen die radikal-muslimischen Extremisten der "Jemaah Islamiah". Die Terrorgruppe, die für die Anschläge von Bali verantwortlich gemacht wird, ist in Südostasien aktiv und soll über enge Verbindungen zu al-Qaida verfügen. Indonesiens Behörden haben im Zusammenhang mit dem Blutbad mindestens 30 Verdächtige festgenommen; der Anführer der Gruppe, Hambali, so vermuten die Behörden, hat sich ins Ausland abgesetzt. Trotz der Initiative der Sicherheitsbehörden gibt es bei der Strafverfolgung von Bombenattentätern jenseits der Landesgrenzen erhebliche Schwierigkeiten: Noch immer werden verdächtige Terroristen nicht an die Justiz oder Polizei der Nachbarländer ausgeliefert.

DER SPIEGEL 5/2003
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