27.01.2003

ÖFFENTLICHKEITPädagogische Handys

Restaurant-Gäste oder Zug-Reisende haben die Erfahrung schon gemacht: Klingelt das mobile Telefon, vergisst der Handy-Halter sofort seine Umgebung und schwatzt drauflos. Die psychologische Erforschung dieses Verlusts an Diskretionsbedürfnis steht noch aus - Tatsache ist: Das Phänomen wird zum Problem. In New York versuchen Politiker, die Benutzung von Handys im öffentlichen Raum unter Strafe zu stellen. Nun nahmen sich auch zwei US-Industriedesigner der Sache an. Crispin Jones und Graham Pullin von der Agentur "Ideo" entwickelten Handy-Prototypen, die ihre Benutzer beim Telefonieren sozial kontrollieren. So weist bei einem Gerät ein leichter Elektroschock den Telefonierenden darauf hin, dass er zu laut spricht. Drosselt er dann seine Lautstärke immer noch nicht, wird der Elektroschock unangenehmer. Solche Geräte sollten nach Meinung der Designer besonders rücksichtslosen Handy-Nutzern übergeben werden. Ein netteres Gerät sieht aus wie eine Mini-Klarinette und verwandelt nach dem Motto "Wenn schon, denn schon" jeden Anruf in einen kurzen öffentlichen Auftritt. Für den kommerziellen Markt wurden diese Telefone nicht erfunden, eher sollen sie die Diskussion darüber anregen, wie sehr unser soziales Verhalten durch das Handy verändert wird.

DER SPIEGEL 5/2003
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ÖFFENTLICHKEIT:
Pädagogische Handys

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