27.01.2003

GESTORBENFrançoise Giroud

Françoise Giroud , 86. Der Titel ihrer Biografie über Georges Clemenceau, "Tigerherz", könnte auch über ihrer eigenen Lebensgeschichte stehen. Die elegante, selbstbewusste Grande Dame des französischen Journalismus kämpfte an die 60 Jahre immer an vorderster Front: 1943 im Untergrund gegen die deutschen Besatzer, die sie einsperrten; nach dem Krieg als Chefredakteurin des Magazins "Elle" für Frauenrechte. 1953 gründete die brillante Journalistin mit Jean-Jacques Servan-Schreiber Frankreichs erstes Polit-Magazin "L'Express". Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing machte die Feministin und Mutter zweier Kinder 1974 zur Staatssekretärin für Frauenfragen - später wurde sie seine Staatssekretärin für Kultur. Das hinderte die "ewig freie Frau", wie sie sich selbst sah, nicht daran, 1981 für den Sozialisten François Mitterrand und gegen Giscard zu trommeln. 20 Jahre lang und bis vorletzte Woche schrieb die Autorin von etwa 20 Büchern ihre lebenskluge Kolumne im linken "Nouvel Observateur". Françoise Giroud starb am 19. Januar nach einem Sturz in der Pariser Opéra Comique an Kopfverletzungen in einem Krankenhaus.

DER SPIEGEL 5/2003
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