27.01.2003

Norbert Blüm

Norbert Blüm , 67, früherer Arbeits- und Sozialminister (CDU), erhielt vom politischen Gegner die ihm gebührende Ehre. Bei der Verleihung des "Bröckemännche" an Blüm - eigentlich eine Bonner Brückenfigur, die der Welt den nackten Hintern zeigt und deren kleinformatige Replik vom Bonner Medien-Club als Auszeichnung für "Wider den Stachel Löckende" vergeben wird - hielt Horst Ehmke, 75, ehedem Kanzleramtsminister (SPD), die Laudatio in der Bundeskunsthalle. Nach dem SPDkritischen Appell an die Presse, "nicht noch mehr Unsinn zu schreiben und zu senden, als die Regierung ohnehin schon macht", würdigte Ehmke den Preisträger und sich selbst als "Hinterbliebene der guten alten politischen Geniezeit". Blüm sei dabei ein "leuchtendes Beispiel des Menschen im Balancieren seiner Widersprüche", "kugelrund und doch geradlinig". Der Gelobte ließ sich in seiner Antwort nicht lumpen und gab artig Kritik an den gegenwärtig Aktiven in Berlin zurück. "Das Sozialsystem" solle "offensichtlich neu geschrieben", das Rad "zum zweiten Male erfunden" werden, so Blüm, aber er halte es mit der Botschaft Götz von Berlichingens. Das Bröckemännche bringe seine Botschaft "auf knappste Form, wozu Wahlkämpfer lange Reden halten".

DER SPIEGEL 5/2003
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