01.03.2003

NORDIRLANDVersöhnung mit den Terroristen

Während der britische Premier Tony Blair auf dem internationalen Parkett den Krieg gegen den islamischen Terrorismus predigt, verfolgt er im heimischen Nordirland eine alternative Strategie. Um die Unruheprovinz endgültig zu befrieden, will er die Präsenz der britischen Armee von derzeit 14 500 Mann in den nächsten drei Jahren um mindestens 5000 Soldaten verringern und wegen Terroraktionen gesuchte Kader der Irish Republican Army (IRA) juristisch nicht mehr belangen lassen. Im Gegenzug soll die IRA "sämtliche terroristischen Aktivitäten einstellen" und den Großteil ihrer Waffenarsenale vernichten.
Auf diese Weise will der britische Premier den entscheidenden Durchbruch im Friedensprozess erzielen, der vergangenen Oktober mit der Suspendierung der nordirischen Selbstverwaltung ins Stocken kam. Während sich die unbelehrbaren Hardliner des Bürgerkriegs zwischen katholischen Republikanern und protestantischen Unionisten gegen die Demilitarisierung sträuben, stehen die moderaten Wortführer beider Seiten - Gerry Adams und David Trimble - kurz vor einer Einigung. Blair und sein irischer Kollege, Premierminister Bertie Ahern, wollen den historischen Kompromiss am Rosenmontag bei einem Besuch in Belfast besiegeln.

DER SPIEGEL 10/2003
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