10.03.2003

KIRCH IVerschleierte Zahlungen

In immer größere Erklärungsnöte über ihre Geschäftsbeziehungen zur insolventen KirchMedia gerät die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Die Wirtschaftsprüfer haben der Pleitefirma nicht nur zehn Monate vor der Insolvenz ein uneingeschränktes Testat erteilt (SPIEGEL 18/2002), sondern auch eine Reihe diskreter und brisanter Zuwendungen an nahe stehende Personen abgewickelt - offenbar auch an Politiker. So habe es neben einer allgemein üblichen Auszahlung von Manager-Gehältern über die KPMG als Treuhänder eine Art "Nebenbuchhaltung" mit "verschleierten Zahlungen" an Dritte gegeben, heißt es dazu in internen KirchMedia-Memos. Die bislang bekannten Kirch-Beraterverträge mit Jürgen Möllemanns Firma Web/Tec, die über fünf Jahre rund 800 000 Mark jährlich kassierte (SPIEGEL 48/2002), und dem Sportfunktionär Fedor Radmann sind damit wohl nur die Spitze eines Eisbergs. Im Kirch-Rechnungswesen seien auffällige Zahlungen, die wie etwa eine Überweisung vom Januar 2002 über 1,227 Millionen Euro unter Verwendungszwecken wie "TR 115, TR 116" liefen, häufig als Beratungsleistung deklariert worden, heißt es weiter. Hatte sich die KPMG nach einer ersten Bitte des Insolvenzmanagements, bei der Aufklärung der Zahlungen behilflich zu sein, noch zögerlich gezeigt, ist sie nun offenbar zur Kooperation bereit.

DER SPIEGEL 11/2003
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Verschleierte Zahlungen