05.05.2003

DENKMÄLERKoons' Quietsche-Enten

Vor kurzem ließ sich Jeff Koons, Kitschkönig des Kunstbetriebs, in seinem New Yorker Atelier zwischen Plastikschwimmtieren abbilden, seinen "aufblasbaren Freunden". Was damals niemand ahnte: Die lustig gescheckten Schwimmhilfen, in jedem Strandshop für ein paar Euro zu erstehen, haben Koons, 47, zu einem teuren Denkmalsentwurf inspiriert. Im Auftrag des Hamburger Bausenators Mario Mettbach (Schill-Partei) plant er längs der Reeperbahn Gigantisches: Auf dem Spielbudenplatz will Koons zwei 110 Meter hohe Gerüste aufstellen, die an Kinderzimmer-Baukräne im XXL-Format erinnern; dazwischen soll ein Stahl-Schnurrbart hängen, an dem zwei von Koons' drolligen Gummi-Freunden in Monstergröße baumeln. Hamburgs Kultursenatorin Dana Horáková erblickte prompt in dem Quietsche-Enten-Spektakel das "Tor zur Welt", Koons selbst "die Illusion von Frauenbeinen in Seidenstrümpfen". Kosten der infantil-pompösen Installation: fünf Millionen Euro, gut die Hälfte ist aus öffentlichen Etats zu begleichen. Dabei gilt Hamburg als eher klamm. Doch wie befand die "Neue Zürcher Zeitung": "Geldmangel ist nicht das Schlimmste an Hamburgs Kulturpolitik."

DER SPIEGEL 19/2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 19/2003
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

DENKMÄLER:
Koons' Quietsche-Enten

  • Korallenforscherin Verena Schoepf: Im Wettlauf gegen den Klimawandel
  • Tropensturm in Houston: Passanten retten Lkw-Fahrer das Leben
  • Klimastreik in New York: Greta Thunberg spricht vor Zehntausenden
  • Aufregender Trip: Kajak-Tour durch leuchtendes Wasser