11.08.2003

ENTFÜHRUNGENKampf in der Sahara

Die Lösung des Geiseldramas in der Sahara wird durch einen tödlichen Zwischenfall erschwert. Bei ihrer Flucht von Algerien nach Mali soll eine Gruppe aus dem Umfeld der Entführer auf mehrere algerische Zollbeamte gestoßen sein. Anhänger der radikalislamischen "Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf" hätten dabei im Juli drei Zöllner verschleppt und getötet. Die algerische Armee, die die Geiselnehmer für die Eskalation verantwortlich macht, sichere deshalb verstärkt die Grenze, damit die Kidnapper nicht mehr nach Algerien zurückkehren können. Auf Druck der Bundesregierung hätten sich die Algerier aber bereit erklärt, bis zur Lösung des Dramas auf einen Angriff zu verzichten. Mittlerweile hat die malische Regierung einen Provinzgouverneur als weiteren Vermittler eingeschaltet. Der bisherige Unterhändler, ein Ex-Rebell namens Iyad Aghali, gab an, er habe bei ersten Gesprächen auch den entführten Berliner Christian Grüne sehen können; ihm gehe es den Umständen entsprechend gut. Grüne, der besonders gut Französisch spricht, befinde sich bei dem Chefunterhändler auf Seiten der Islamisten fernab vom Rest der Touristengruppe. Intensiven Kontakt zu den Kidnappern hält per Satellitentelefon auch die Bundesregierung. Bei den fast täglich stattfindenden Gesprächen gehe es vor allem um medizinische Versorgung. Eine weitere Lieferung mit Medikamenten soll die Geiselnehmer inzwischen erreicht haben. Unterdessen hat der Bundesnachrichtendienst (BND) auch offiziell die Erlaubnis erhalten, in Mali operativ tätig zu werden. Bislang war der BND in dem nordafrikanischen Land nicht vertreten.

DER SPIEGEL 33/2003
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