11.08.2003

FDPVerschwiegener Kurier

In der Möllemann-Affäre sorgen neue Erkenntnisse für Aufregung unter Spitzenliberalen. Fritz Goergen, ehemaliger Wahlkampfmanager des FDP-Parteichefs Guido Westerwelle, war offenbar, dies ergibt sich aus Luxemburger Bankunterlagen, ein weiteres Mal im Auftrag seines Freundes Jürgen Möllemann als Geldkurier unterwegs. Neben der einen Million Euro, mit der vermutlich Druck sowie Vertrieb des umstrittenen Flyers finanziert wurden und die Goergen mit einer Einzelvollmacht Möllemanns am 13. September 2002 abgeholt haben soll, ist auch eine Barabhebung von 300 000 Euro im März desselben Jahres registriert. Der Zeitpunkt alarmiert die FDP-Oberen. Er liegt kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die Spitzenkandidatin und jetzige Generalsekretärin Cornelia Pieper am 21. April mit über 13 Prozent ein glänzendes Ergebnis einfuhr. Möllemann hatte die Parteifreunde im Osten eifrig im Wahlkampf unterstützt. Überprüfungen von Staatsanwaltschaft und Partei ergaben bisher keine Hinweise darauf, dass in Sachsen-Anhalt illegale Spendengelder eingespeist wurden, wie das in Nordrhein-Westfalen über Jahre der Fall war. Der Mann, der das Geheimnis lösen könnte, hüllt sich in Schweigen. Goergen: "Ich habe keine Veranlassung, etwas zu sagen."

DER SPIEGEL 33/2003
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