11.08.2003

RTLKölscher Klüngel?

Hat RTL seinen künftigen Firmensitz dem Kölschen Klüngel zu verdanken? Diesen Verdacht nährt ein vertraulicher Brief von Hürths Bürgermeister Walther Boecker (SPD) an seinen Kölner Amtskollegen Fritz Schramma (CDU). Der Nachbarort der Domstadt lag im Rennen um die neue RTL-Zentrale vorn, bis Schramma überraschend die Messe-Hallen direkt gegenüber Dom und Hauptbahnhof zur Miete offerierte - und den Zuschlag bekam. "Der Standort Messe ist aus vielerlei Gründen teurer, wie konnte dann das Mietangebot günstiger sein als in Hürth, wo sozusagen auf freiem Feld hätte gebaut werden können?", fragt Boecker in seinem Schreiben. Unklar sei etwa, wie sich in Köln "standortbedingte Mehrkosten zum Beispiel für Hochwasserschutz" auswirkten. Fraglich sei, ob "möglicherweise verdeckte Subventionen fließen". Bisher habe er entsprechende Journalistenfragen "immer mit Nichtwissen beantwortet", so Boecker, der nun "schnellstmöglich" auf eine "gemeinsame Sprachregelung" drängt. Laut Berechnungen aus Branchenkreisen müssten die Kölner beim Umbau der denkmalgeschützten Rheinhallen allein für die Fassade rund 2 Millionen Euro, für den Hochwasserschutz knapp 7 Millionen und das erforderliche unterirdische Parkhaus über 22 Millionen Euro aufwenden. Der zuletzt genannte Mietpreis von gut 12 Euro pro Quadratmeter wäre demnach kaum marktgerecht. "Es sind keine Subventionen geflossen", sagt ein Sprecher der Stadt Köln.

DER SPIEGEL 33/2003
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