11.08.2003

INTERNETBesuch per Video

Eigentlich ist der Service von www.telemap.de für Autofahrer gedacht, die sich vor einer Reise über die kürzeste Fahrtstrecke informieren wollen: Man gibt Start- und Zieladresse ein, der Computer berechnet daraufhin die beste Route. Der Streckenplaner vom Teleinfo-Verlag lässt sich aber leicht dazu missbrauchen, das Wohnumfeld von Prominenten auszuforschen oder nach Einbruchsmöglichkeiten zu suchen. Bei Telemap kann man sich kostenlos den ersten Teil der Strecke als Videoclip ansehen. Gibt man also als Startpunkt beispielsweise die Adresse von Bundeskanzler Gerhard Schröder in Hannover an, so erhält man ein kurzes Video von seiner Straße. Gezeigt wird allerdings nur ein kleines Teilstück. Wer die Nachbarschaft auskundschaften will, muss ein wenig herumexperimentieren: Mit wenigen Mausklicks kann man sich auch jene Teile der Straße auf den Bildschirm holen, die Teleinfo seinen Kunden vorenthält - ein Trick, der bei fast allen Straßen in den deutschen Großstädten funktioniert. Der Teleinfo-Verlag hatte 1998 damit begonnen, Ansichten deutscher Städte digital zu erfassen und die Daten zu vermarkten - Datenschützer hatten vergebens dagegen protestiert.

DER SPIEGEL 33/2003
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