11.08.2003

ZEITGESCHICHTEWahre Fiktion

Seit er sich 1989 mit dem Sachbuch-Bestseller "Frankreich, die wunderbare Illusion" als Liebhaber alles Französischen vorstellte, gilt Ulrich Wickert, langjähriger Paris-Korrespondent und "Tagesthemen"-Moderator, als ausgewiesene Fachkraft für Käse, Wein und Savoir-vivre. Ausgerechnet der Erfolg seines vor vier Jahren erschienenen Buches "Vom Glück, Franzose zu sein" habe ihn ermutigt, dem Gegenstand seiner Bewunderung jetzt auch literarisch nachzusetzen - und bei der Gelegenheit Material abzuarbeiten, das sich in seiner Korrespondentenzeit von 1984 bis 1991 angesammelt hat. "Der Richter aus Paris" schickt den Untersuchungsrichter Jacques Ricou auf eine Reise durch die französische Politik ab 1953, was Wickert Gelegenheit gibt, Themen wie Indochina, Algerien oder die Leuna-Affäre dramaturgisch umzusetzen. Für sein Romandebüt verließ sich der 60-Jährige nicht allein auf seine Phantasie, sondern setzte auf "Recherche und Selbsterleben". Die Berichte etwa über Folter in Vietnam und Algerien seien ebenso real wie die Wirtin Nicole, die in ihrem Restaurant "la petite maison" mit Champagnergläsern wirft. Der Verlag hat das Werk mit dem Untertitel "Eine fast wahre Geschichte" versehen.
Ulrich Wickert: "Der Richter aus Paris. Eine fast wahre Geschichte". Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg; 256 Seiten; 19,90 Euro.

DER SPIEGEL 33/2003
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