11.08.2003

SCHWEIZBangen um Goldbarren

Finanzpolitiker in Bern rühren an einen empfindsamen Nerv der eidgenössischen Regierung. Sie sorgen sich um die Sicherheit jener schweizerischen Goldreserven, die in ausländischen Tresoren deponiert sind und verlangen Auskunft darüber, ob sie "im Notfall" rasch wieder in den Alpenstaat gebracht werden können. Diese Frage tauchte auch schon während des Irak-Kriegs auf, als es zu Spannungen mit den USA kam, weil die Eidgenossenschaft resolut auf ihrer Neutralität beharrte. So wurde der Wunsch Washingtons verworfen, irakische Diplomaten auszuweisen, und amerikanischen Militärmaschinen waren die Überflugrechte verweigert worden. Überraschend verließ Mitte März US-Botschafter Mercer Reynolds den Posten in Bern.
Nun will die Finanzdelegation der Eidgenössischen Räte wissen, ob das Auslandsgold vertraglich vor dem Zugriff Dritter geschützt ist. Abgeordnete befürchten, dass amerikanische Bundesrichter etwa jenes Schweizer Gold beschlagnahmen könnten, das sich möglicherweise im berühmten Fort Knox befindet. Finanzminister Kaspar Villiger tat auf eine Anfrage im Parlament geheimnisvoll: "Wo diese Barren liegen, kann ich Ihnen leider nicht sagen, weil ich es auch nicht weiß, es nicht wissen muss und es nicht wissen will."

DER SPIEGEL 33/2003
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SCHWEIZ:
Bangen um Goldbarren

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