11.08.2003

PERUDschungel der Interessen

Umweltschützer laufen Sturm gegen den Bau von zwei Gaspipelines durch das peruanische Amazonasgebiet. Obwohl sogar mehrere US-Gutachten vor den ökologischen Konsequenzen warnen, wird das 2,6 Milliarden Dollar teure Projekt von Washington unterstützt. Die Rohrleitungen sind Teil des so genannten Camisea-Projekts zur Erschließung gigantischer Gasvorkommen im Regenwald. Sie würden durch Naturschutz- und Indianergebiete an die Pazifikküste führen. Experten befürchten, dass durch den Bau riesige Urwaldflächen vernichtet und zahlreiche Flüsse verschmutzt werden. Hunderte Indianer müssten voraussichtlich umgesiedelt werden. Von dem Projekt würden vor allem die US-Firmen Hunt Oil und Kellogg Brown & Root profitieren, eine Tochterfirma des Energiekonzerns Halliburton. Beide Unternehmen sind eng mit der Regierung von George W. Bush verquickt: Ölmagnat Ray Hunt war einer der wichtigsten Geldsammler für Bushs Wahlkampf, Vizepräsident Dick Cheney war früher Chef von Halliburton. Wegen des Streits um die Umweltgutachten sind zwei Investoren von der Finanzierung des Projekts abgesprungen. Jetzt will die Interamerikanische Entwicklungsbank die Entscheidung über ein Darlehen überdenken.

DER SPIEGEL 33/2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 33/2003
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

PERU:
Dschungel der Interessen

  • Webvideos der Woche: Tief gestürzt, weich gelandet
  • "Schmerzgriff"-Vorwürfe: Hamburger Polizei verteidigt Einsatz bei Klimaprotesten
  • Uli Hoeneß: Kalkulierter Wutausbruch im Video
  • Mein Schottland: Zwischen Brexit und Unabhängigkeit