11.08.2003

MEDIZINGesichter der Depression

Reiß dich zusammen": Appelle an die Selbstdisziplin zählen zu den größten Fehlern, die Angehörige von Depressiven begehen können. Wie Familie und Partner den Gemütskranken helfen können, zeigt Autorin Doris Wagner-Neuhaus in dem Ratgeberbuch "Depressionen" (Psychiatrie-Verlag Bonn; 168 Seiten; 12,90 Euro). Statt gut gemeinter Ratschläge sei die Beibehaltung und Organisation der Alltagsroutine wichtig. Aus der Perspektive der nächsten Betroffenen werden die "vielen Gesichter" der Depression aufgefächert, die das Leben der meist weiblichen Kranken verdüstern: In "Zeiten relativer Sicherheit", so die Autorin, seien Frauen doppelt so häufig wie Männer betroffen. Das Verhalten der Depressiven, die auch Nahestehende in den Sog ihres "ewig grauen Schmerzes" (Wagner-Neuhaus) ziehen können, wird durchschaubarer gemacht. Um die Muster der Depression zu erkennen und ihr vorzubeugen, so warnt die Verfasserin, müssen Angehörige meist ein Leben lang wachsam sein. Doch übermäßiges Umsorgen könne das Leiden eher verlängern.

DER SPIEGEL 33/2003
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Gesichter der Depression