11.08.2003

Franz Maget

Franz Maget , 49, SPD-Spitzenkandidat bei den bayerischen Landtagswahlen, beging eine Verzweiflungstat. Der Sozialdemokrat entsann sich eines Brauchs aus dem Mittelalter, als noch Ritter ihre Händel mit dem Hinwerfen eines Fehdehandschuhs eröffneten. Am vergangenen Dienstag warf Maget einen riesigen fünffingrigen roten Stofflappen mit blauer Stulpe, der als Fehdehandschuh durchgehen mag, dem bayerischen Ministerpräsident Edmund Stoiber hin - genauer: vor die Münchner Staatskanzlei. Ein "TV-Duell!", so steht es auf dem Handschuhimitat, verlangt Herausforderer Maget. Doch die auf dem Stoff ebenfalls gut lesbare ahnungsvolle Frage "Kneift Stoiber?" enthielt schon ihre Antwort. Stoiber hält nichts von einem TV-Schlagabtausch mit dem bayerischen Ober-Sozi, dessen Partei seit Monaten in Umfragen zwischen 22 und 24 Prozent pendelt und den allenfalls etwa die Hälfte der Bayern kennt. "Herr Maget muss schon selbst schauen, wie er sich bemerkbar macht", ließ der Amtsinhaber herablassend den kleinen Quälgeist wissen. Stoiber: "Ich bin seit zehn Jahren Ministerpräsident. Ich glaube, die Menschen in Bayern kennen mich zu einhundert Prozent."

DER SPIEGEL 33/2003
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