18.08.2003

WOHNUNGSBAUAufbau Ost, Abbau West?

Nach dem Willen des nordrheinwestfälischen Bauministers Michael Vesper soll die besondere staatliche Förderung des Städtebaus in Ostdeutschland so bald wie möglich stufenweise auslaufen. Stattdessen sollten die Mittel nicht mehr nach regionalen Gesichtspunkten, sondern nach Bedürftigkeit verteilt werden, fordert der Minister. 13 Jahre nach der Wiedervereinigung flössen noch immer vier Fünftel der gesamten Mittel in den Osten, obwohl dort nur ein Fünftel der Deutschen leben. Seit 1990 habe der Staat pro Kopf im Osten 322 Euro für die Städtebauförderung ausgegeben; im Westen dagegen sind seit Beginn der Förderung 1971 gerade mal 70 Euro pro Einwohner verbaut worden, rechnet der Grünen-Politiker vor. Inzwischen seien manche Stadtteile im Westen in einem ähnlich maroden Zustand wie die ostdeutschen Städte Anfang der neunziger Jahre: "In Gladbeck oder Gelsenkirchen drohen uns ganze Stadtteile wegzubrechen", so Vesper. Wenn im September Bundesbauminister Manfred Stolpe dem Bundesland einen Besuch abstattet, will Vesper die Gelegenheit nutzen, Stolpe die schlimmsten Ecken zu zeigen und ihn davon überzeugen, dass die Förderung umgestellt werden muss.

DER SPIEGEL 34/2003
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