18.08.1954

Panorama

Die Betriebe der Siemens A.G. waren im bayerischen Metallarbeiterstreik Schauplatz tätlicher Auseinandersetzungen zwischen streikenden Arbeitern, Arbeitswilligen und Polizeikommandos. Vor dem Siemens-Werk in München-Obersendling wurden arbeitswillige Arbeiter von meist betriebsfremden Streikenden mit Beschimpfungen empfangen. Fünf Personen wurden durch Tätlichkeiten verletzt. Die Polizei mußte den Zugang der Arbeitswilligen zum Betrieb sichern (Bild). Das Siemens-Werk in Neustadt an der Saale hatte vorsorglich zwei Hundertschaften Bereitschaftspolizei angefordert, deren Gestellung jedoch vom sozialdemokratischen Innenminister Högner abgelehnt wurde. Die Gewerkschaft bezeichnete die Polizeischutz-Anforderung als "Provokation". Zu Unruhen kam es bei Siemens-Neustadt nicht. Dagegen erwiesen sich in den Amberger Siemens-Werken die örtlichen Polizeikräfte als zu schwach, nachdem 700 Bergarbeiter der benachbarten Luitpoldhütte vor das Werk gezogen waren, um ihre Sympathie für die Streikenden zu bekunden. Als die Bergarbeiter dazu übergingen, Arbeitswillige anzugreifen, wollte die Polizei in Aktion treten, doch wurde das Kommando von 60 Mann von den Arbeitern ins Innere des Werkes gedrängt. 20 Personen wurden verletzt.

DER SPIEGEL 34/1954
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