18.08.1954

EXPEDITION / AMAZONASKannibalen im Dschungel

Wenn Sie nicht von Alligatoren oder Ameisen-Armeen aufgefressen oder von scharfzahnigen Piranyas in Stücke gerissen werden, dann werden Sie von den Kannibalen geröstet." Immer wieder hörte der 28jährige Franzose Alain Gheerbrant diese Warnung - zuerst in Paris, dann in Carácas und schließlich in Bogotá. Zusammen mit zwei Landsleuten und einem Kolumbianer wollte er etwas versuchen, was vor ihm noch kein weißer Mann zu unternehmen gewagt hatte: Er wollte von Kolumbien aus durch die gefürchtete Sierra Parima nach Brasilien vorstoßen.
Geographisch ist die Sierra Parima ein weißer Fleck auf der Landkarte des äquatorialen Südamerika. "Die Sierra Parima ist eine undurchdringliche grüne Hölle", sagten die Behörden in Kolumbien, versicherten Beamte, Kolonisten, Gummisammler, Diamantensucher, Goldgräber und Holzfäller im Dschungelvorposten Puerto Ayacucho.
Tatsächlich ist die Sierra Parima vom höchsten und dichtesten Dschungel des Amazonas-Gebietes überwuchert. Allen, die die "Grüne Hölle" vom Flugzeug aus gesehen hatten, erschien sie als komplette Sammlung aller dem Menschen feindlichen Umweltsbedingungen der Erde. Nur zwei Indianer-Stämme existierten im dämmerigen Dickicht der gigantischen Vegetation: die beliebten, halbwegs zivilisierten Maquiritares und die gefürchteten, barbarischen Guaharibos.
Nach allen Hörensagen-Geschichten, die im Amazonas-Gebiet kursierten, waren die Guaharibos noch Kannibalen: Sie töteten und verspeisten Menschen. "Sie laufen völlig nackt umher", berichteten die Weißen auf den letzten Außenposten der Zivilisation am Orinoco. "Sie fallen über jeden her, den sie sehen, ob Indianer oder Weißer. Viele Männer, die spurlos im Dschungel verschwunden sind, wurden von ihnen niedergemacht oder als Sklaven in entfernte Gebiete ihres Territoriums verschleppt... Versuchen Sie es lieber nicht, ihre Bekanntschaft im Wald zu machen, sonst werden sie Suppe aus Ihnen machen und auf Ihren Knochen Flöte spielen."
Auf jeder Station seiner Anreise konnte Gheerbrant immer neue, haarsträubende Geschichten über die Guaharibos hören. Der Erwähnung ihres Namens folgte unweigerlich ein langes, bedeutungsvolles Schweigen, selbst bei den narbenbedeckten und wettergestählten Abenteurern des Dschungels.
Doch nichts vermochte den Entschluß Gheerbrants und seiner drei Freunde zu ändern. "Wir wollten das Leben jener teilen, die ''Pelados'' genannt wurden: der haarigen Männer im Wald. Sie waren die letzten echten Indianer, die noch immer das Leben ihrer Vorfahren in den Tiefen des Dschungels lebten, das von keines weißen Mannes Zivilisation berührt war."
Am 6. August 1949 brach die Expedition auf. Ihre Ausrüstung bestand aus Kanus, zwei Jagdgewehren, Kameras, einem Tonaufnahmegerät, Schallplatten und einem reichen Assortiment von Geschenken: Aluminium-Kochtöpfen, perlenbesetzten Kämmen, buntbedrucktem Tuch. Nach mörderischen Strapazen tauchte sie 330 Tage später an der anderen Seite der grünen Hölle wieder auf.
Auf einer letzten halsbrecherischen Kanufahrt über die Stromschnellen und Wasserfälle von Maraca hatten die vier Männer den größten Teil ihres Gepäcks und fast ihr Leben verloren. Und doch brachten sie von ihrer Dschungel-Odyssee in Aufzeichnungen und Photos eine anthropologische Kunde mit, wie sie noch kein Forscher des 20. Jahrhunderts überbringen konnte: die Kunde von der Existenz eines prähistorischen Volkes.
"Es besteht aus Höhlenbewohnern, die durch einen anthropologischen Anachronismus auf Erden geblieben sind", berichtet Gheerbrant. An Hand seines 2000 Seiten umfassenden, sorgfältig geführten Tagebuches schrieb der Anthropologe und ehemalige Philosophie-Student, ein talentierter Erzähler, die Geschichte seiner Expedition. Unter dem Titel "Journey to the Far Amazon" erschien sie eben als Buch in den Vereinigten Staaten*).
Die meisten Buchkritiker verglichen das Urwald-Abenteuer der jungen Franzosen mit der abenteuerlichen Pazifik-Überquerung der jungen Norweger auf dem Floß "Kon Tiki". "Es ist etwas Strahlendes um die norwegische Fahrt über die See auf Suche nach dem Sonnengott", fand das
Pariser Blatt "Combat", "und man empfindet so etwas wie einen Abstieg in die Hölle bei diesem Vorstoß der Franzosen in die Tiefen der Wälder".
Die Tiefen der Wälder enthielten tatsächlich eine irdische Abart der Hölle. Da waren die Bestien, Reptilien und Insekten: Anakonda-Schlangen von der Dicke eines Feuerwehrschlauches und malariatragende Anopheles-Mücken, die "Orgien mit unserem Blut veranstalteten und uns in so dichten Schwärmen umtanzten, daß wir die Augen nicht öffnen konnten". Eines Nachts erwachte Gheerbrant durch ein kratzendes Geräusch. Eine 40 Zentimeter breite Kolonne roter Ameisen war im Anmarsch. Sie hatte bereits seinen Gürtel verschlungen, die Hälfte seiner Hosen, und machte sich gerade über seine Kameratasche her. "Wir mußten das Lager fluchtartig räumen."
Das feuchte, stickige Klima ließ Kleidung und Ausrüstung verrotten und machte die Gewehre fast unbrauchbar - die Patronen konnten bald nur noch mit Hilfe eines Hammers in den Lauf getrieben werden.
Um durch die grüne Hölle zu gelangen, waren Gheerbrant und seine Männer auf die Hilfe der kindischen, unberechenbaren Indianer angewiesen. Sie allein kannten die Pfade, sie allein beherrschten die Kunst, die Kanus durch die Stromschnellen zu steuern. Mit Geduld und Geschenken gelang es der Expedition immer wieder, sie anzuwerben. Das Prinzip des Unternehmens war Gewaltlosigkeit - Widerstand wurde nur durch Verhandlungen überwunden.
Nach monatelangem Vormarsch geriet ein Teil der Expedition am Yemecuni-Fluß durch einen Irrtum plötzlich in Grenzgebiete der Guaharibos. Alain Gheerbrant und Pierre Gaisseau hatten sich gerade am Ufer einen Lagerplatz aus dem Dschungel herausgehackt und schlüpften - um einmal aus den vermoderten Kleidern zu kommen - in ihre Pyjamas, da erblickten sie zwei Urwaldmenschen mit ziemlich heller, ungesund aussehender und mit Farben beschmierter Haut: es waren die ersten Guaharibos. Ihr Haarschopf war in der Mitte ausrasiert wie die Tonsur eines Mönchs. In den Ohren trugen sie schwarze Federn, sonst aber waren sie vollkommen nackt.
Sie kamen in einem kümmerlichen Boot, das sie mit plumpen, rohbehauenen Paddeln vorantrieben. Einer sprang auf der gegenüberliegenden Uferseite auf einen Felsblock, spannte seinen Bogen und zielte sichernd mit dem Pfeil auf Gaisseaus Herz. Der andere paddelte sich vorsichtig heran.
"Er starrte uns aus weit aufgerissenen Augen an. Es war ein wichtiger Moment, nicht nur in unserem Leben, sondern auch in seinem. Er winkte mit seinem freien Arm, kollerte in seiner Aufregung wie ein Truthahn und versuchte zur gleichen Zeit zu sprechen. Er war so außer sich, daß er kaum noch zu wissen schien, weswegen er herangekommen war. Schließlich beruhigte er sich und ließ eine lange und
wilde Rede vom Stapel, von der wir natürlich kein Wort verstanden."
Die beiden Franzosen - in ihren gestreiften Pariser Pyjamas ein lächerlicher Anblick - boten ihm Zigaretten an. "Ugh, Ugh", krächzte er und zeigte auf die Streichholzschachtel. "Ich gab ihm die Schachtel", berichtet Gheerbrant. "''Ugh, Ugh'', rief er wieder. Was wollte er nun? Wir schauten ihn fragend an. Er wurde wütend über unser Unverstehen und streckte seine Hand nach Pierres Bein aus. Er wollte unsere Pyjamas. ''Ugh, Ugh'', rief er wieder und lachte."
Wenige Minuten später standen die beiden Weißen vollkommen nackt da. "Wir breiteten die Arme aus, um ihm zu zeigen, daß wir nichts mehr hatten. Er war einverstanden. Jetzt war der Moment gekommen, wo wir den Spieß umdrehen mußten. Wir lehnten uns vor und riefen gemeinsam Ugh, Ugh. Der Bursche verstand das auch und gab uns seinen Bogen. Ugh, Ugh, riefen wir wieder. Er gab uns drei Pfeile mit Bambusspitzen. Ugh, Ugh, fuhren wir fort. Da hob er die Hände, so wie wir es vorher getan hatten. Auch er hatte nichts mehr."
Am nächsten Morgen tauchten fünfzehn Guaharibos aus dem Urwald auf, gnomengleiche Kreaturen, mit Farbe beschmiert, mit Federn geschmückt, mit Ringen in der Nase und mit Lendenschurzen aus Lianen. Eine große schwarze Masse deformierte ihre Lippen, und grünlicher Speichel troff aus ihren Mundwinkeln: Sie kauten Tabakballen von der Größe einer halben Orange.
Eine groteske Pantomime begann. "Sie griffen in unsere Bärte und rissen kräftig an ihnen, um zu sehen, ob sie tatsächlich fest angewachsen seien. Dabei stießen sie ''Ohs'' der Bewunderung aus ... Die ganze Zeit versuchten wir, zu lachen und sie zum Lachen zu bringen, um sie bei guter Laune zu halten." Als die bemalten Gnomen
Stunden später wieder abzogen, hatten sie den Weißen - lachend - fast alle Besitztümer abgenommen. Deren Beute waren eingetauschte Bogen und Pfeile und der erste Film der Wissenschaft mit Bildern von den Guaharibos.
Den Vorstoß in das Zentrum des Guaharibo-Landes wollte Gheerbrant nur mit Hilfe der Maquiritares unternehmen, die bei den wenigen Weißen, die am Rande des Dschungels lebten, beliebt und geachtet waren. "Sie verstehen es, feine Hängematten zu weben und Körbe aus Weiden zu flechten, die sie mit Ornamenten und Bildern von Menschen und Tieren schmücken. Sie können tanzen und haben wunderbaren Federschmuck. Die Männer sind mit Pfeil und Bogen bewaffnet, mit Blasrohren und eindrucksvollen Keulen. Sie bauen große Lehmhütten mit Fenstern und Türen. Sie sind großartige Jäger. Es fehlt ihnen an nichts, und sie machen die besten Kassava-Brote*), die man sich vorstellen kann." Von den Guaharibos im Innern hieß es dagegen: "Sie sind so rückständig, daß sie nicht einmal Hütten oder Kanus bauen können. Sie kennen keine Werkzeuge, weder aus Stein noch aus Eisen."
Der Maquiritare-Häuptling, der der Expedition entgegenmarschiert war, ließ sich jedoch nicht bewegen, Kanus und Männur für den Marsch zum Maquiritare-Dorf zur Verfügung zu stellen. Die verheißenen Geschenke konnten ihn nicht umstimmen, und Gheerbrant betrachtete die Verhandlungen schon als gescheitert, als Pierre Gaisseau das Tonaufnahmegerät in Betrieb setzte und eine Platte mit dem "Stars and Stripes"-Marsch auflegte. "Der Häuptling lauschte schweigend." Gaisseau legte eine Platte mit Louis Armstrongs Jazz-Trompete auf. "Anscheinend hatten die heißen Rhythmen keine größere Wirkung auf ihn als der amerikanische Marsch." Gaisseau spielte Mozart, die Symphonie Nr. 26 in Es-dur.
"Der Häuptling wurde aufgeregt. ''Was für Musik ist das?'' fragte er. Wir erklärten es ihm, und nach einer Pause sagte er: ''Oben in den Bergen machen die Maquiritares auch Musik. Ihr müßt mitkommen, sie euch anhören und auf eurer Maschine aufnehmen, um sie euren Leuten in eurer Heimat vorzuspielen. Dann könnt ihr sagen: Das ist die Musik der Maquiritares. Der besten Indianer. Können wir morgen aufbrechen?''"
Es war Mozarts erster Sieg im Dschungel. Von da ab erwies sich die Symphonie Nr. 26 in Es-dur immer wieder als magischer Vermittler. "In der Musik Mozarts war ein seltsamer Zauber", schrieb Gheerbrant. "Sowohl auf die Indianer als auch auf uns schien sie eine beruhigende Wirkung auszuüben..., sie öffnete die geheimen Türen ihrer Herzen. Ich werde niemals vergessen, daß sie uns die seltenen Momente bescherte, in denen sich die Kluft
zwischen uns, den zivilisierten Menschen des 20. Jahrhunderts, und ihnen, den Barbaren der Frühzeit, fast vollständig schloß."
Mit Hilfe der durch Mozart gewonnenen Maquiritares konnte die Expedition im Frühjahr 1950 den Vorstoß zu den prähistorischen Guaharibos, den Steinzeitmenschen in der Amazonas-Hölle, wagen. Nach wochenlangem Marsch durch Dschungel, "der so dicht war, daß man bei Tage fast den Eindruck hatte, es sei Nacht", erreichten sie die erste Guaharibo-Siedlung. "Das Lager stank. Es vermittelte den Eindruck unsagbarer Armut. Der Anblick krampfte einem das Herz zusammen. Nicht einmal der Boden war dem Dschungel abgewonnen worden: Er war noch immer mit einem Durcheinander verrottender Vegetation bedeckt.
"Die Atmosphäre war düster, und ein schaler Geruch hing über allem. Halb umgestürzte Bäume lehnten über den Hütten gegeneinander. Die kleinen Behausungen mit ihren Blätterdächern hatten keine richtigen Türen, und die Seitenwände bestanden nur aus Palmenblättern, die gegen den Dachfirst gelehnt waren. Eine geisterhafte Bevölkerung lebte an diesem sinisteren Ort. Sie war bleich und ausgemergelt, und ihre Haut, von Ausschlägen und Brand zerfressen, sah aus, als sei sie niemals dem Sonnenlicht ausgesetzt worden. Man konnte die Niederlassung kaum als Dorf bezeichnen, und doch verkörperte sie ihre höchste Form gesellschaftlicher Organisation. Bei unserem Auftauchen starrten uns die Guaharibos bewegungslos an, als habe ein teuflischer Terror ihre Glieder versteinert.
"Langsam gewöhnten wir uns an den niederdrückenden Anblick dieser primitiven Ansiedlung, an diese prähistorischen Menschen, die sich durch irgendeinen seltsamen Zufall in diesem weißen Fleck unseres Planeten erhalten hatten."
Die Expedition blieb mehrere Tage in der gespenstischen Siedlung, lange genug, um das Leben der Guaharibos zu beobachten, um sie zu photographieren und ihre Gesänge
und Stimmen aufzunehmen. Tausende von Jahren trennten sie von den benachbarten Maquiritares. Den Unterschied der beiden Dschungel-Stämme faßte Gheerbrant in einem Satz zusammen: "Die Maquiritares verwandeln ihre Umwelt - die Guaharibos ertragen ihre Umwelt."
Die Maquiritares organisieren richtiggehende Jagden; sie kochen das erlegte Wild, salzen es oder pökeln es ein. Sie bearbeiten den Wald - gestern noch mit Stein-Äxten, heute mit Eisen-Äxten. Sie brennen Strecken Waldes nieder und pflanzen Kassava-Schößlinge in der warmen Asche oder Bananen oder Ananas. Sie säen und sie ernten; sie verarbeiten ihre Früchte durch Pressen, Schälen, Raspeln, Mahlen und Kochen. Sie roden den Wald, bauen ihre eigenen Häuser.
Die Guaharibos dagegen kennen keine organisierte Jagd. Sie ringen nicht ihren Lebensunterhalt der Natur ab - sie behaupten sich nicht durch Kampf und Sieg, sondern leben von einer Art Stehlen. Sie kämpfen nicht mit der Natur, sie überlisten sie. So kommen sie selten in den Genuß von Wildbret; sie nähren sich hauptsächlich von gefangenen Vögeln, kleinen Nagetieren und Insekten - und gelegentlich auch von Menschen. Sie sammeln Beeren und Honig und verzehren Würmer, Raupen und große Blumen, deren Kelche oft voll von Maden sind. Und sie essen sogar Erde, wenn sie ihnen nur nahrhaft erscheint.
Die einzige Art von Fischerei, die sie kennen, ist das Absammeln eines gewissen Fisches, der sich mit Saugnäpfen an Ufersteinen festsaugt. Wenn es ihnen einmal gelingt, Wild zu erlegen, verschlingen sie es roh: ohne es zu häuten oder auszunehmen. Sie kennen nicht einmal das Salz. Nur der Gebrauch des Feuers und ihr aufrechter Gang unterscheiden sie von den Tieren.
Die Frauen, die keine Kassava-Plantagen zu kultivieren und kein Essen zuzubereiten haben, dämmern den größten Teil des
Tages in ihren Hängematten dahin, spielen mit ihren Babies und den kleinen Tieren, die sie umgeben, "und bieten ihre Milch ohne Unterschied zwischen Mensch und Tier allem an, was noch klein ist". Gheerbrants Photos zeigen Guaharibo-Frauen, die junge Hunde stillen. "Wir sahen mehr als einmal, daß Kinder mit kleinen Affen oder Hunden die Mutterbrust teilten. Und die kleinen Mädchen versuchten oft, es ihren Müttern gleichzutun und boten ihre Brüste ihren kleineren Geschwistern."
Gheerbrant bezeichnet den Guaharibo-Indianer als den Urahn des zivilisierten Menschen: "Er arbeitet nicht und existiert nur wie Pflanzen und Tiere existieren, und zwischen ihm und ihnen gibt es fast keinen Unterschied. Er schläft in seiner dunklen, feuchten Zuflucht zusammengekrümmt wie ein Fötus und ist noch immun gegen die Gefühle, die den Menschen nach draußen, zum Licht drängen... Im Gegenteil, er flieht das Licht, wenn er ihm unerwartet ausgesetzt wird..."
Mit wertvollem anthropologischem Material, mit Aufzeichnungen, Photos und Filmen, tauchten die Männer der Expedition nach einjährigem Marsch an der Ostseite der Sierra Parima wieder aus der "absolut undurchdringlichen grünen Hölle" hervor: Als erste Weiße hatten sie die Sierra Parima durchquert - als erste Wissenschaftler brachten sie genaue Kunde von Menschenrassen, die sich bis heute auf vorgeschichtlicher Existenzstufe erhalten haben.
Mit ihnen kamen drei Maquiritares und ein Guaharibo. Sie hatten gehört, daß die weißen Männer sich Tiere hielten, die größer als Tapire seien und alles täten, was die weißen Männer ihnen sagten. "Unser Abenteuer war vorüber", schreibt Gheerbrant, "ihr Abenteuer begann erst."
*) Alain Gheerbrant: "Journey to the Far Amazon"; Verlag Simon and Schuster, New York; 353 Seiten; 5 Dollar.
*) Kassava: Pflanzenart mit stärkereichen Wurzelknollen.

DER SPIEGEL 34/1954
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