08.09.1954

SEFTON DELMERSchwarze Propaganda

(s. Titel)
In Gummistiefeln, Größe 47, stapft ein menschlicher Koloß von 114 Kilo über die taufeuchten Weiden von Valley Farm in Essex, um ein halbes Dutzend ausgerissener Schweine zurück in den Pferch zu treiben.
Seine ausgefranste Leinenhose wird von einer um den Bauch geschlungenen Krawatte gehalten; über der imponierenden Leibesfülle spannen sich die Maschen eines zerstopften Pullovers. In der Hosentasche steckt ein schmales Bündel Briefe, das mit der Morgenpost kam und dem Dicken die kostenlose Beförderung vom Leben in den Tod verspricht. Post aus Deutschland.
Der biedermännisch-rustikale Aufzug und die gleichmütig in der Hosentasche zerknüllten Morddrohungen gehören zum Make-up des Sensationsjournalisten Denis Sefton ("Tom") Delmer, 50, Besitzers von Valley Farm und Reporter-Stars des Londoner Massenblattes "Daily Express". Einer seiner deutschen Briefschreiber nannte ihn "jüdisches Reporterschwein". Delmer dazu: "Jedenfalls das Adjektiv ist nicht richtig."
Im vergangenen März beflügelte Delmer die an "crime and sex" ermüdete Phantasie der 4,2 Millionen Leser des "Daily Express" mit einer politischen Räuberpistole in Fortsetzungen über Deutschland: "Wie tot ist Hitler?" Er präsentierte sich darin als ein politischer Detektiv, dem es gelingt, die "geheime Kamarilla" zu entlarven, die heute bereits wieder Deutschland beherrscht und demnächst Europa zu überwältigen droht.
"Unter dem Deckmantel des unschuldigen Bundeskanzlers Adenauer", so tuschelte Delmer seinen Landsleuten ins Ohr, "scheinen sich viele derjenigen Tendenzen zu entwickeln, die in den Vorkriegstagen des ebenso unschuldigen Außenministers Stresemann und später des Kanzlers Brüning das Kommen Hitlers ankündigten."
In Ermangelung eines richtigen "neuen Hitler" flickte sich Delmer aus den Fetzen der Vergangenheit eine politische Vogelscheuche zusammen. Angebliche Äußerungen ungenannter Generäle und Bundesrichter wurden dazu mit flott zitierten "Geheim-Denkschriften" nahezu unbekannter Regierungsräte grob zusammengestichelt. Von den Entnazifizierungspapieren der Bundesminister Kraft, Preusker und Oberländer machte Delmer großzügigen Gebrauch. Oberländer war, laut Delmer, "chief of stormtroops" beim Gauleiter von Ostpreußen, Kraft dagegen "Oberst der SS".
Die Verschwörer des 20. Juli sind nach Delmer heute in Westdeutschland "einem Kesseltreiben" ausgesetzt, und die Flucht des westdeutschen Verfassungsschutz-Chefs Otto John dient ihm als Beweis dafür.
Es schadete dem Ruf des politischen Detektivs Delmer in England keineswegs, daß John, anstatt zu seinem ehemaligen Chef Delmer zurückzukehren, von der Demokratie zum Kommunismus überlief. Im Gegenteil: Die von Delmer entfachte
Kampagne griff just zum Zeitpunkt der Flucht Johns auch auf die übrige britische Presse über. Dem konservativen "Daily Express" folgten der liberale "News Chronicle" und Labours "Daily Herald". Der Höhepunkt der Kampagne fiel auf die Tage, in denen sich Westeuropa über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft entschied.
Auf den von der V 1 freigelegten Häuserwänden Londons prangten die Parolen: "Keine Kanonen für die Hunnen!" - "Bewaffnet Deutschland nicht!" Der Vorabdruck von Richter Russels Buch über die deutschen Kriegsverbrechen "Die Geißel des Hakenkreuzes" ließ die Auflage des "Daily Express" von einem Tag zum anderen um 75 000 verkaufte Exemplare anschwellen.
Während aber die Inselbewohner mit teutonischen Machtlust-Delikatessen gefüttert wurden, fütterte Tom Delmer schon wieder seine Schweine auf Valley Farm. An dem massenpsychologischen (und politischen) Wellenschlag seiner Moritaten desinteressiert sich Delmer mit einem Achselzucken. Er gibt vor, sich nur für die "Story" - die Aufsehen erregende Information - zu engagieren.
Aufsehen hatte er fürs erste genug erregt und außerdem, wie aus Zufall, gleich mehrere Fliegen mit einem Streich erlegt:
* Der Express-Verleger, Delmer-Entdecker und Presse-Mogul Großbritanniens, Lord Beaverbrook, der seit Jahren dagegen kämpft, daß Außenminister Anthony Eden eines Tages als Nachfolger Sir Winston Churchills Premierminister werden soll, konnte feststellen, daß Außenminister Eden, der die Politik der deutschen Wiederbewaffnung billigt, seinen Teil abbekam, als auf den Sack der deutschen Wiederbewaffnung geschlagen wurde*).
* Den britischen Sozialisten, die nach ihrem Wahlsieg 1945 Sefton Delmer
aus dem Foreign Office gedrängt haben, wurde das Monopol auf die populäre Propaganda gegen deutsche Divisionen vom "Express" gestohlen.
Daß solche Verquickung von Kulissen-Politik mit Sensationsjournalismus etwas anderes als Zufall sein könnte, weist der Zwei-Zentner-Buddha weit von sich.
Selbst nachdem er an jenem 21. Juli den Kanal in Richtung Deutschland überquert hatte, an dem das Verschwinden des westdeutschen Staatssicherheits-Chefs Otto John außer dem Bundeskriminalamt nur den alliierten Geheimdiensten bekannt war, äußerte er treuherzig: "Ich bin rein zufällig gekommen." Fünf Tage vorher hatte er noch mit einem malaiischen Fürsten und dessen Lieblingselefanten gefrühstückt.
Aus einem halben Dutzend Staaten mit demokratischem Untergewicht ist Sefton Delmer im Laufe seines Reporterdaseins ausgewiesen worden*). Aus dem verbleibenden Rest der Welt kabelt er allwöchentlich seine politischen Reportagen über die Staatsgeheimnisse australischer Kannibalen, europäischer Kabinette und orientalischer Potentaten.
Wie von ungefähr taucht er an irgendeinem Ende der Welt auf, stochert ein wenig in dem Morast der Politik herum, bis er den Bodensatz erreicht hat, und wenn die Wellen der nationalen Entrüstung zu schäumen beginnen, sitzt er zumeist schon wieder friedfertig erschöpft
in seinem Ledersessel vor dem Kamin auf Valley Farm und spielt mit seinen fünf Hunden und seinen zwei Kindern.
Trotz soviel zur Schau getragener Harmlosigkeit haben es sich die Nachrichtendienste von Asien bis Amerika zur lieben Gewohnheit werden lassen, Sefton Delmers Spuren zu folgen, sobald er in ihrem Herrschaftsbereich auftaucht.
Schuld an diesem Zwielicht ist seine Rolle im Weltkrieg II. Sie begann mit Langeweile. Tom Delmer, 1941 vom Foreign Office als Star-Kommentator in den Deutschland-Dienst der BBC unter dem späteren britischen Hohen Kommissar Sir Ivone Kirkpatrick abkommandiert, fand dessen Art der Propaganda "rechthaberisch und doof". Er tauchte unter.
So wurde ein dreijähriges Kapitel seines Lebens aufgeschlagen, das zu den bestgehütetsten Geheimnissen des Weltkrieges II gehört und damit endete, daß an einem Maimorgen des Jahres 1945, als das Dritte Reich in seinen Todeszuckungen lag, ein bärtiger Riese aufseufzend in den Sessel eines Londoner Friseurs sank: "Der Bart muß ab."
Drei Jahre lang hatte der Barbier diesen Bart von Zeit zu Zeit gepflegt und liebevoll verändert; mal wie einen Fußsack gestutzt, mal à la Trotzki mit einem leichten Schwung nach links versehen. Nun setzte er sein Messer zur letzten Operation an. Unter dem dichten schwarzen Haar kam eine schlaffe, graue Haut zum Vorschein, in die sich unbemerkt tiefe Falten eingegraben hatten. Der Mann im Rasierstuhl beugte sich vor, musterte sein Gesicht angelegentlich im Spiegel und murmelte halblaut vor sich hin: "Das Bildnis des Dorian Gray. Nicht das Laster, die Lügen haben es zerstört."
Der anonyme Chef der gesamten britischen Untergrund-Propaganda war in den Friseur-Salon gekommen; als glattrasierter Sefton Delmer trat er wieder auf die Straße.
In seiner bärtigen Zeit hat Sefton Delmer das bis dahin unentwickelte Gebiet der "schwarzen Propaganda" in der psychologischen Kriegführung bis zur Vollendung entwickelt und auf diesem Gebiet sogar den hinkenden Doktor aus der Wilhelmstraße chancenlos geschlagen. Joseph Goebbels beging Selbstmord, ohne erfahren zu haben, wer sein Gegenspieler
war. Und bis heute blieb unerforscht, in welchem Ausmaß es der zügellosen Phantasie dieses einen Mannes, gepaart mit einem abgrundtiefen Zynismus und einem verspielten Intellekt, gelungen ist, die Widerstandskraft des Dritten Reiches zu lähmen, zu zersetzen oder sogar in den Dienst der Alliierten zu stellen.
Schon vor Delmers Zeiten hatte es in England zwei geheime Rundfunksender gegeben, die bei ihren Hörern den Eindruck hervorrufen sollten, sie würden von Widerstandsgruppen hinter den deutschen Linien betrieben.
Die "Europäische Revolution" appellierte an die deutsche Linke, die besonders in der Schweiz gut zu hörende "SA-Fronde" an die deutsche Rechte. Beide Stationen wurden von deutschen Emigranten geleitet.
1941 aber ertönte plötzlich im Äther eine echte Landser-Stimme: "Hier Gustav Siegfried Eins. Es spricht der Chef." Der Zersetzungssender hatte auf dem 31-m-Kurzwellenband sein Programm aufgenommen. In betont schnoddrigem Jargon, mit Vorliebe die vulgärsten Ausdrücke gebrauchend, wurden ausschweifende Liebesaffären aus der Nazi-Hierarchie, Schiebungen von Partei-Funktionären und Latrinenparolen von den Fronten erzählt.
Der "Kurzwellensender Atlantik" und der "Soldatensender Calais" nannten die deutschen Armeen "unsere Truppen", die Alliierten "den Feind" und sprachen von Bombenwürfen auf deutsche Städte als von "Terrorangriffen". Dazwischen jedoch, eingebettet in Jazzmusik und die Zwischentexte von "Vicki"*), dem weiblichen Schallplatten-Jockei
mit der Pin-up-Stimme, floß das schwarze Propaganda-Gift.
Da kommentierte "unser militärischer Mitarbeiter" den eben im Wortlaut durchgegebenen neuesten Wehrmachtbericht: "Der uneingeweihte Laie muß den Ausdruck ''unter möglichster Ausnutzung unserer Kräfte'' naturgemäß vom militärischen Standpunkt aus betrachten und verstehen. Es bedeutet in klarem Deutsch, daß man auf das Leben des einzelnen Soldaten keine Rücksicht nehmen kann. Und es ist ja auch ganz klar, daß es gar nicht darauf ankommt, ob bei der Erreichung eines Zieles 750 deutsche Männer fallen oder 2000. Hauptsache ist, daß später dem Führer der Sieg gemeldet warden kann."
Um milieugerechtes Material für die Zersetzungs-Sender zu bekommen, wurden Agenten-Meldungen ausgewertet, erbeutete Feldpostbriefe gelesen, Kriegsgefangene in ihren Lesesälen durch Mikrophone belauscht, die in Tintenfässern oder Tischlampen versteckt waren. Alle deutschen Zeitungen, vom "Völkischen Beobachter" bis zum kleinsten Sportblatt, trafen täglich durch Kurier auf dem namenlosen Gutshof ein, in dem Sefton Delmer unfern Londons sein Quartier aufgeschlagen hatte.
Ein Mitarbeiter des Senders Calais berichtete nach Kriegsende in der Schweiz über die tägliche Morgenkonferenz beim "Chef", genannt "der Dicke":
"Um zehn Uhr vormittags läutet in allen Baracken eine elektrische Glocke. Sie ruft den gesamten Stab des Senders Calais zur Konferenz. Dicht hinter den Senderäumen im Steinhaus des Gutshofes ist der einzige Raum, der mit einem bißchen mehr Luxus ausgestattet ist. Hier stehen etwa 50 Stühle im Halbkreis um ein Podium.
"Bevor die Glocke verklingt, ist Sefton Delmer mit einem Sprung auf dem Podium und beginnt ohne langes Federlesen zu sprechen. Er wartet nicht, bis es ruhig geworden ist. Die Ärmel hochgekrempelt, steht er vor seinen Mitarbeitern und beginnt mit der Frage: Was gibt''s?
"Niemand antwortet. Nur ein Narr hätte es gewagt, ernsthaft zu antworten. Die Frage ist auch gar nicht ernst gemeint, denn sofort beginnt Delmer mit einem Feuerwerk von Anregungen, Vorschlägen, Ideen, Hinweisen auf die heutige Abendsendung. Manchmal reißt ihn sein Temperament so mit, daß Gefahr besteht, er verliert die graue Samthose, die er zu tragen pflegt.
"''Die Aufzählung der Geschenke nach Karinhall machen Sie, Miller. Die Liste der Landser, die in der gebombten Straße in Düsseldorf wohnen, haben Sie, Stone. Genaue Adressen und Namen der Angehörigen durchgeben. Da ist die Geschichte von Leutnant Binz von der Kampfversuchsstaffel Bolfer. Mußte über Stettin Bruch machen und wurde beim Aussteigen als angeblicher Engländer vermöbelt.'' Und schon nennt er den Namen dessen, der heute abend die Namen der Geretteten von U 38 verlesen soll: ''Tardieu, Sie haben doch so''ne wunderbare Schmalzstimme. Das lesen Sie. Aber vergessen Sie nicht, vorher das England-Lied als Einleitung''."
Nur in Ausnahmefällen griff Delmer zu reinen Lügen. So, um durch eine Meldung über nicht gedeckte Kleiderkartenpunkte einen Sturm auf die Textilgeschäfte zu verursachen oder durch angebliche Krawalle vor Lebensmittelgeschäften ähnliche Zwischenfälle zu provozieren. Er konnte toben, wenn er auf eine versehentliche Unwahrheit stieß. Immer wieder bleute der Zyniker seinen Untergebenen ein: "Bei mir wird nur absichtlich und exakt gelogen."
Sefton Delmer handhabte seine Geistersender immer virtuoser. Neue Stationen tauchten auf, stifteten Verwirrung und verstummten wieder:
* Ein "Sender Tirol", der sich als deutsche Station ausgab, vermittelte aufmerksamen Abhör-Spezialisten den Eindruck, als würde er vom Vatikan betrieben.
* Ein Arbeiter-Sender erteilte mit marxistischer Dialektik verbrämte Sabotage-Ratschläge.
* Ein "Sender Bulgarien" tarnte sich als deutscher Sender für den Balkan.
* Ein "Sender Livorno" unterhielt die italienische Kriegsmarine.
* Einen nur periodisch arbeitenden Geheimsender benutzte Tom Delmer ausschließlich, "um die Jungens von der Gestapo ein bißchen zu beschäftigen". Der verschlüsselte Treff-Befehl eines Widerstandskämpfers an seinen Kollegen "Heute Ufa-Palast, 5. Reihe, 6. Platz" sollte beispielsweise ein paar Dutzend Geheimpolizisten in den vielen Ufa-Palästen auf harmlose Kinobesucher hetzen.
Aus Gründen der Verwirrungs-Taktik mit Nr. 9 beginnend, gab Sefton Delmer vom 25. April 1944 bis zum 5. Mai 1945 außerdem auch noch eine Zeitung heraus, deren insgesamt 152 Millionen Exemplare er in mehr als 10 000 Flügen über feindlichem Gebiet abwerfen ließ.
Zahllose Einzelaktionen liefen nebenher. Bei ihrer Durchführung wurde die ganze Besessenheit des Journalisten für das von ihm entwickelte Spiel der "schwarzen Propaganda" deutlich.
Tausende von Reclam-Bändchen mit dem Titel "Krankheit rettet" wurden nach
Deutschland eingeschleust. In ihnen verschrieb ein "Dr. Wohltat" den deutschen Landsern die wirkungsvollsten Simulier-Rezepte.
Der Hintergedanke, der Sefton Delmer dabei besondere Freude bereitete, war, daß diese Simulier-Anweisungen natürlich auch der deutschen Führung bekannt wurden.
Das Ergebnis sollte sein, daß wirklich kranke Landser als Simulanten an die Front geschickt wurden, Unzufriedenheit und Schwäche verbreitend.
In Pappkästen hatte der alliierte Nachrichtendienst Brieftauben mit Fragebogen in den besetzten Gebieten ausgesetzt. Die Formulare, die nach militärischen und wirtschaftlichen Informationen fragten, konnten von Franzosen, Holländern oder Dänen ausgefüllt und mit der Taube wieder auf Heimreise gen England geschickt werden. Der Absender behielt von dem Fragebogen ein kleines gefalztes Dreieck zurück, das ihn später, nach der Befreiung, als Nazi-Gegner und Widerstandskämpfer ausweisen sollte.
Als Sefton Delmer von diesen Aktionen erfuhr, ersann er einen Scherz nach seinem Geschmack: Plötzlich fand die Gestapo in Deutschland tote, offensichtlich während des Heimflugs verendete Vögel samt ausgefüllten Fragebogen. Die Absender waren nicht ohne Schwierigkeiten zu ermitteln, mußten auf Grund der in den Fragebogen enthaltenen Informationen aber doch in ganz bestimmten Personenkreisen gesucht werden, die die Gestapo für absolut NS-loyal gehalten hatte. Die Ahnungslosen, gegen die nun Ermittlungen und Verhaftungen eingeleitet wurden, waren für gewöhnlich wirklich hakenkreuzbrave PGs.
Für Sefton Delmers zynischstes Projekt trägt ahnungslos Amerikas Erfolgsautor John Steinbeck Mitverantwortung. In seinem Roman "Der Mond ging unter" erfand er für seine streikenden Widerstandskämpfer Brandstäbchen, die, mit einem chemischen Zünder versehen, wenige Minuten nach Betätigung des Zünders an jedem brennbaren Stoff ein lustiges Feuer entfachten. Kriegs-Premier Winston Churchill las Steinbecks Buch und ordnete die Massenherstellung
solcher Brandstäbchen zum Konsum durch alle Widerstandsgruppen auf dem europäischen Kontinent an. Der Chef der britischen Luftflotten aber, "Bomber-Harris", weigerte sich, seine Maschinen für solche Kinkerlitzchen einzusetzen. Handfeste Spreng- und Phosphorbomben erschienen ihm nützlicher.
Durch Zufall hörte Delmer von dem Malheur. Unverzüglich bat er um die Überlassung mehrerer Flugzeugladungen solcher Stäbchen. An ihren praktischen Wert glaubte er so wenig wie Bomber-Harris. Statt dessen versah er sie mit eingehenden Gebrauchsanweisungen in allen Sprachen der in Deutschland tätigen Fremdarbeiter. Der Text ließ keinen Zweifel darüber zu, daß die Fremdarbeiter von den Alliierten als zuverlässige und schon erprobte Brandstäbchen-Partisanen angesehen wurden. Delmer wollte damit die verschärfte Behandlung aller Fremdarbeiter erreichen, wodurch ihr Widerstand gestärkt, ihre Arbeitswilligkeit gebrochen werden sollte.
Das Mittel der "schwarzen Propaganda", von dem sich Sefton Delmer den größten Erfolg versprach, wurde erst gegen Ende des Krieges entwickelt. Auf dem Gutshof in der englischen Provinz war der stärkste Mittelwellensender Europas errichtet worden. Er konnte auf den deutschen Mittelwellen mit der gleichen Stärke und Klarheit senden wie die deutschen Stationen.
Anfangs wurde der Sender nur benutzt, um in das deutsche Programm, etwa in die kurze Pause zwischen zwei Nachrichten, eine höhnische Bemerkung einzublenden. Delmer jedoch hatte Größeres vor.
Nach zweijähriger Arbeit war es den Strategen der Royal Air Force und seinen Radio-Experten gelungen zu ermitteln, wann bei welcher Luftbedrohung die deutschen Sender abschalteten. Innerhalb einer Zweihundertstel-Sekunde konnte Delmers Station dann mit eigenem Programm einspringen. Dabei machte er sich gar nicht erst die Mühe, ein Goebbels-Programm zu imitieren, sondern ließ einfach ein anderes deutsches Programm über die Wellenlänge der abgeschalteten Station laufen so daß die Hörer keinerlei Verdacht schöpften. In dieses Programm aber streute er dann nicht nur Kurzkommentare ein, er konnte
nach Belieben ganze Sendungen durch schwarze Propaganda ersetzen.
So gab er zum Beispiel alarmierende Suchmeldungen durch. Feindliche Agenten seien in deutschen Uniformen unterwegs und müßten unschädlich gemacht werden. Sie wüßten, daß man ihnen auf der Spur sei und hätten Schußwaffen bei sich. Die Beschreibung der Fahrtrichtung und der Wehrmachtswagen, den die Saboteure angeblich benutzten, war so ungenau, daß in dem angegebenen Bezirk auf jeder Straße jeder halbwegs verdächtig aussehende Kübelwagen damit rechnen konnte, gestoppt zu werden.
Am Morgen des 1. Mai 1945 brach dann die Musik des Senders Calais mitten in einem Stück plötzlich ab. Mysteriös, ohne ein Wort des Abschieds beendete der Geisterfunk sein Programm.
Ziel der gesamten "schwarzen Propaganda" war es nach den Worten Sefton Delmers gewesen, "den Feind dazu zu bringen, die Alliierten bewußt oder unbewußt zu unterstützen".
Die Raffinesse, die er dabei entwickelte, rührte nicht nur von seinen geistigen Fähigkeiten her: Sie war zu einem guten Teil der psychische Reflex einer lebenslangen Auseinandersetzung mit den Deutschen.
Denis Sefton Delmer wurde am 24. Mai 1904 in Berlin-Charlottenburg geboren, wuchs im Kaiserreich auf, lebte sechs Jahre unter Hindenburgs Präsidentschaft als Korrespondent in Berlin und hatte mit den Machthabern des Dritten Reiches oft genug zu Tisch gesessen, bevor sie das Tischtuch zerschnitten.
Delmers Vater war Professor der Anglistik in Berlin. Bei Ausbruch des Weltkrieges I trat Jung-Sefton gerade als Sextaner in das Friedrichswerdersche Gymnasium ein. Voll Bewunderung entsinnt sich Delmer der Haltung seiner deutschen Klassenkameraden. Nur einer nannte ihn "Verräter".
Von einem Pauker allerdings weiß Delmer zu berichten, daß er die Klasse aufgefordert habe, "den Engländer" zu verdreschen. Seine Mitschüler hätten in der Pause auf dem Schulhof einen Ring gebildet und einen Zweikampf veranstaltet, aus dem der Brite unter ihrem Beifall als Sieger hervorgegangen sei.
Sefton Delmer: "In England wäre das unmöglich gewesen. Da hätte zwar kein Lehrer die Klasse aufgefordert, den Feind zu vermöbeln, aber die gesamte Klasse hätte es ohne Aufforderung geschlossen getan."
Im Schulchor brauchte er nur bei Siegesfeiern über die Franzosen seinen Sopran ertönen zu lassen. Der teutonische Gesang entfachte im Herzen des englischen Jungen eine solche Begeisterung, daß er sich im stillen selbst einen Verräter schalt. Als die Gymnasiasten im Kohlrübenwinter 1916/17 in den Straßen Berlins zum Schneeschippen eingesetzt wurden, war Sefton dafür bemüht, mit dem Eispickel nicht nur das Eis, sondern auch den darunter liegenden Asphalt aufzuschlagen, um dem Feind seines Vaterlandes zu schaden. Was diese Jahre in der Seele des jungen Sefton Delmer anrichteten, bietet sich zu handfester Freudscher Deutung förmlich an.
Am 23. Mai 1917 schob das Deutsche Reich die britische Familie Delmer bei Bentheim über die holländische Grenze nach England ab. Auf diese patriotische Weise entging Sefton dem Sitzenbleiben.
Es folgten Schul- und Universitätsjahre mit historischen Studien in England.
Aus seinen Plänen, Diplomat oder Journalist zu werden, wurde zunächst nichts. Enttäuscht packte er 1927 seine Koffer, fuhr nach Berlin und gab Bankangestellten Englisch-Unterricht. Er machte sich so teuer wie möglich; für eine Privatstunde nahm er zwölf Mark. Zwischendurch übernahm er die Ferienvertretung für englische Presse-Korrespondenten in der Saure-Gurken-Zeit. Sein erster Bericht: Hindenburgs 80. Geburtstag.
Durch einen Zufall stieß der britische Presse-Lord und Talent-Schnüffler Beaverbrook auf diesen jungen Taugenichts und engagierte ihn, weil er einen Artikel über den steigenden Alkohol-Konsum in Deutschland haargenau nach Beaverbrooks Anweisungen zu schreiben verstand.
Delmers ergiebigstes Jagdrevier wurde die NSDAP. Er dachte nicht daran, irgendeine Abscheu vor der heranwogenden braunen Flut zu bekunden. Er war Reporter, kein Kommentator. Und ein Reporter hatte seiner Ansicht nach nur zu berichten und nicht seinen Gefühlen nachzugeben.
Er interviewte Adolf Hitler in dessen Schlafzimmer ("mit einem ulkigen Messingbett") im Berliner Kaiserhof, als er von dem bevorstehenden Verbot der SA erfahren hatte.
Er fragte Hitler in Hannover treuherzig, ob es wahr sei, daß er sein EK I für die Gefangennahme von 14 Engländern erhalten habe. Adolf Hitler: "Natürlich nicht, mein lieber Delmer. Niemand weiß besser als ich, daß kein Mann allein 14 Engländer gefangennehmen kann. Es waren natürlich Franzosen."
Er flog 1932 in der JU 52 Adolf Hitlers auf Wahltournee durch Schlesien und Ostpreußen. Noch heute existiert davon ein Schmalfilm auf Valley Farm.
Im Juli 1934 veröffentlichte Delmer die Totenliste des Röhmputsches vom 30. Juni, die von der Reichsregierung streng geheimgehalten wurde. Wenige
Tage danach betrat ein alerter junger Herr das Express-Büro in der Viktoriastraße, zog aus seiner Hosentasche eine Gestapo-Marke und sagte liebenswürdig: "Ich habe einen Ausweisungsbefehl für Sie. Sie müssen innerhalb von 24 Stunden Deutschland verlassen. Bitte unterschreiben Sie."
Tom Delmer fuhr nach Paris und heiratete zum erstenmal, eine bildhübsche Schauspielerin, deren Büste, von Epstein verfertigt, heute auf dem Hof der von seiner zweiten Frau bewirtschafteten Valley Farm verwittert. Er schockierte den holländischen Hof, indem er seinem Freund Prinz Bernhard zur Hochzeit mit der niederländischen Thronfolgerin Juliane einen Stilton-Käse schenkte. Er lernte Spanisch in Erwartung des kommenden Abenteuers auf der Pyrenäen-Halbinsel.
Zusammen mit Amerikas Star-Reporter Knickerbocker flog Delmer in einer gecharterten Privatmaschine über die Grenze in den Bürgerkrieg. Er spürte den Kommissar der "Internationalen Brigade" und späteren SSD-Chef der deutschen Sowjetzone, "General Gomez" alias Wilhelm Zaisser, auf, fuhr mit Franco-Truppen ins Gefecht und rettete zwischendurch dem Angehörigen der Internationalen Brigade, Alexander Maass, das Leben*).
Es dauerte nicht lange, da ließen ihn weder die Roten noch die Faschisten mehr in ihre Herrschaftsgebiete.
Es lockte ihn auch bereits ein anderer jungfräulicher und ungleich zugkräftigerer Schauplatz militanter Politik: die Tschechoslowakei.
Beim Einmarsch deutscher Truppen in Böhmisch-Krummau kam es zu einem Feuergefecht, weil ein gewisser Reporter Sefton Delmer in die lokalen Führungsgremien beider Parteien Zweifel über den legalen Räumungstermin gesät hatte. Wie ein Tennisschiedsrichter sah er aus dem Fenster seines Hotelzimmers im ersten Stock schuldbewußt zu, als sich Deutsche und Tschechen zu seinen Füßen
quer über den Marktplatz ein reguläres Gewehr-Duell lieferten und dabei sein Auto samt zurückgelassenem Mantel durchlöcherten.
Geübt durch die Generalproben in Spanien und der Tschechoslowakei, stand Sefton Delmer auch zur rechten Zeit am rechten Platz, als sich der Vorhang zur Premiere des Weltkrieges II hob. Er erlebte die letzten August- und ersten September-Tage in Danzig und Warschau. 1941 trat er ins Foreign Office ein und antwortete allwöchentlich unmittelbar anschließend auf Hans Fritzsches Radio-Kommentar. Schließlich avancierte der Sensations-Journalist zum anonymen "Chef" der englischen Untergrund-Propaganda und Gespenster-Sender.
Als "Director of the German and Austrian Division in the Department of Political Warfare" kehrte Tom Delmer nach der Kapitulation mit einem Stab von "Calais"-Mitarbeitern nach Deutschland zurück, um im Auftrag des Foreign Office eine neue Presse aufzubauen.
Aber noch ehe er sein erstes Ziel erreichen konnte, die Nachrichtenagentur "German News Service" (heute Deutsche Presse-Agentur dpa), die geplante Zeitung "Der Tag" (später "Die Welt") und die Rundfunkstation "Radio Hamburg" (später NWDR) von Grund auf nach seinem Willen zu formen, ließen ihn der sozialistische Wahlsieg in England und unmittelbar darauf einsetzende Intrigen des Labour-Abgeordneten Richard Crossman im Oktober 1945 seinen Dienst im Foreign Office quittieren. Lord Beaverbrook nahm ihn gerne wieder.
Mit gewohnter Vehemenz begann Delmer nun die alliierte Besatzungspolitik zu attackieren: "Es ist höchste Zeit, die gesamte Politik der Reeducation, Demokratisierung und Entnazifizierung zu durchdenken." Und noch in seiner letzten Deutschland-Serie vom August steht
der Satz: "Niemand vergesse bitte eines bei all den Zeichen einer Rückkehr des Nationalsozialismus: Wenn Deutschland wieder nazistisch wird, haben wir nur uns selbst zu tadeln."
Er ist mehr als einmal freundlich empfangener Gast im Heim von Werner Naumann ("Nau-Nau") und dessen Gefährtin Lea ("Slicki") Lucht gewesen.
"Nichts wird die Deutschen", so prophezeite der dicke Global-Reporter am 11. März 1946 vor acht Jahren, "von der Arbeit für ein militantes Viertes Reich abhalten. Sie setzen ihre Hoffnungen auf einen Streit zwischen Ost und West, in dem beide Seiten um ihre Hilfe betteln." Mit der ihm eigenen Bescheidenheit findet Delmer, daß er recht behalten hat.
Den Sensations-Erfolg, den Delmer mit der Artikelserie "Wie tot ist Hitler?" errang, verdankt er nicht allein seinen Qualitäten als politischer Detektiv. Ihr Inhalt stieß die nur leicht angelehnte Tür zu den Speichern der britischen öffentlichen Meinung auf, in denen seit mehr als einem halben Jahrhundert das Mißtrauen gegen Deutschland lagert.
Während des ersten Weltkrieges hat der deutsche Philosoph Max Scheler die Ursache des Deutschenhasses der westeuropäischen Völker in der "freudlosen Arbeitswut" seiner Landsleute entdeckt. Schon vorher hatte Friedrich Nietzsche die Motive angeschlagen, die später für das Unbehagen Europas über Deutschland typisch wurden - von der deutschen Vorliebe für Bier bis zum Rassismus.
In England griff sie der Schöpfer der britischen Massenpresse und Zeitungskönig, der spätere Lord Northcliffe, auf. Der vom Wahnsinn gezeichnete Mann entfesselte während des ersten Weltkrieges in den Spalten seiner Blätter eine Lügen-Orgie, in der die Schrecken von Hitlers Judenvernichtung vorweggenommen waren.
Der Lügenfeldzug des Lords war einer der Gründe, warum im zweiten Weltkrieg alliierte Enthüllungen über Hitlers Judenvernichtung im In- und Ausland keinen Glauben fanden. Gleichwohl hinterließen die Lügen des Lords eine tiefe Spur des Deutschenhasses in der Psyche aller westeuropäischen Völker.
In den ersten Nachkriegsjahren spürte Sefton Delmer sein Nazi-Wild noch in der faschistischen Emigration, bei Peron, Franco und Faruk in Buenos Aires, Madrid und Kairo auf. Seit die Amerikaner mit Macht die Wiederbewaffnung Deutschlands betreiben und seit er den geheimnisvollen General Gehlen im Arbeitszimmer von Adenauers Staatssekretär Hans Globke traf, sieht er auch in Westdeutschland eine Gefahr heranwachsen.
Die Nazis marschieren diesmal seiner Meinung nach nicht in Langschäftern und Marschkolonnen zur Macht, sondern sie rollen auf leisen Sohlen die Demokratie von innen auf.
Er nennt für viereinhalb Millionen Express-Käufer der Vereinfachung halber alle jene Deutschen "Nazi", die eine nach seiner Meinung national ausgerichtete deutsche Machtpolitik mit Druck und List planen. Zu ihnen zählt er den Vertriebenenminister Oberländer genau so wie den Abwehrchef General Gehlen und den "Welt"-Chefredakteur Hans Zehrer. Bei Anwendung seiner Definition auf England
würden er selbst und sein Chef Beaverbrook dieser Kategorie nicht entgehen.
Der Fall John ist seiner Ansicht nach für die Politik dieser Kreise ein "kleiner Reichstagsbrand", wie er ins Poesie-Album eines Berliner Restaurants schrieb.
Hinter solcher Bier-Poesie kaschierte Delmer einen Anflug von privater Verlegenheit: Der Überläufer Otto John hatte zeitweilig zum Sender "Calais" gehört und mit Delmer Zimmer an Zimmer gewohnt. Und Otto John war nicht der erste Deutsche aus dem Team des Soldatensenders Calais, der nach dem Kriege überlief:
Wolfgang von Putlitz betätigt sich heute als sowjetzonaler Agenten-Schlepper. Karl Eduard von Schnitzler, den Delmer nach 1945 im Nordwestdeutschen Rundfunk etablierte, kommentiert seit Jahren im sowjetzonalen Radio Berlin.
Das Odium des Zynismus und der Labilität, das diesen Überläufern anhaftet, färbt unausbleiblich auch auf alle diejenigen deutschen Mitarbeiter Delmers ab, die aus ideologisch makellosen "In tyrannos"-Motiven heraus auf der Seite des Gegners standen, als Deutschland unter Hitler Krieg führte.
Wie schwer es ohnehin ist, die vom Umgang mit schwarzer Propaganda befleckten Hände in der Milch der frommen Denkart sauberzuwaschen, das hat Tom Delmer am eigenen Leibe eher erfahren als viele seiner deutschen Mitarbeiter:
Am Vorabend der Moskauer Außenminister-Konferenz von 1947 - das Personal der britischen Botschaft hatte soeben den Gottesdienst beendet - trat auf Delmer ein mageres englisches Fräulein zu.
"Waren Sie hier, um zu beten, oder als Reporter?" fragte sie spitz. Tom Delmer schielte erstaunt über seine dunkle Hornbrille und gab scheinbar ernsthaft zurück: "Natürlich als Reporter."
"Oh, das dachte ich mir", zischte die Miss, "niemand kann religiös sein, der so zynische Arbeit geleistet hat wie Sie im Kriege."

WAS SEFTON DELMER BEI SEINEM LETZTEN DEUTSCHLAND-BESUCH ERLEBT HABEN WILL
Aus: Neue Tagespost, Osnabrück
*) Einem seiner deutschen Bekannten erklärte Delmer, "Seine Lordschaft" - Beaverbrook - sehe eben nun einmal in Eden den Feind des Empire.
*) Delmer wurde ausgewiesen aus Hitler-Deutschland, Franco-Spanien, Nasser-Ägypten, Rot-Polen und der Tschechoslowakei. Im Mai 1951 drahtete er auch aus Persien an Redaktion und Leser: "Polente (Cops) wartet auf mich stop auf bald stop." Er hatte die Regierung des Tränen-Premiers Mossadegh "Öldiebe und Vertragsbrecher" genannt. - Die Bonner Bundesregierung, deren Ministern Oberländer, Preusker und Kraft er jetzt wackeren Nazismus bescheinigte, kann, solange die Bundesrepublik noch keine Souveränität besitzt, keine Allilerten ausweisen, und selbst Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm muß sich Auslandskorrespondenten gegenüber mit Zukunfts-Drohungen begnügen. Er kündigte kürzlich dem Vertreter der "Neuen Zürcher Zeitung", Eduard Geilinger, telephonisch an, daß er nach Verleihung der Souveränität auf der schwarzen Liste an erster Stelle stehen werde.
*) "Vicki" alias Agnes Bernauer, nahm später den Bühnennamen Bernelle an und ist seit 1945 mit dem wohlhabenden Desmond Leslie, einem entfernten Verwandten Churchills, verheiratet.
*) Später, im Krieg, beschäftigte er Maass beim Sender Calais. Nach dem Kriege traf er ihn als NWDR-Prominenten im Hause Otto Johns wieder.
*) Mit der Schlagersängerin Rita Paul, die als Duettpartnerin Bully Buhlans hervortrat und im vergangenen Jahr den deutschstämmigen US-Sergeanten Adolf von Pilgrim heiratete.

DER SPIEGEL 37/1954
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