24.11.2003

UMWELTPlastikkappe für den Kilimandscharo

Die Angst geht um am Kilimandscharo: Die weltberühmte Schneekappe des meistfotografierten Bergs Afrikas droht zu schmelzen. Setzt sich der Wasserlass am Gipfel fort, könnte sich die weiße Pracht schon in einem Jahrzehnt in einen Haufen Geröll verwandelt haben. Der Grund für den Schwund, so wird vermutet, ist die Abholzung der den Kilimandscharo umgebenden Wälder, die bisher dafür sorgten, dass feuchte, aufsteigende Winde das Eis regenerierten. Euan Nisbet, Spezialist für Treibhausgase an der Universität London, hat deshalb einen verwegenen Plan entwickelt: Er will die Eisflächen an der Spitze des Bergs komplett in weiße Plastikfolie hüllen. So würden die Sonnenstrahlen reflektiert, das Eis bliebe kalt. Was sich anhört wie Größenwahn, scheint zumindest theoretisch durchführbar: Die für die Aktion benötigte Stoffmenge wäre nicht größer als die von den Verpackungskünstlern Christo und Jeanne-Claude 1983 zur Umhüllung zahlreicher kleiner Inseln in Miamis Biscayne Bay verwendete. Allein die Befestigung an den steilen Klippen des Kraterrands könnte für Schwierigkeiten sorgen: Der Arbeitsplatz liegt bis zu 5895 Meter hoch - dort gibt es weder viel Sauerstoff noch Zufahrtsstraßen. Die Plastikkappe würde so lange bleiben, bis die Umgebung wieder aufgeforstet ist und so für natürlichen Eisnachschub sorgt.

DER SPIEGEL 48/2003
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Plastikkappe für den Kilimandscharo