05.01.2004

FERNSEHEN„Mehr Happy Ends, weniger Action“

RTL-Chef Gerhard Zeiler, 48, über die TV-Programm-Trends 2004
SPIEGEL: Das Privatfernsehen feiert gerade seinen 20. Geburtstag. Was aber sind die TV-Trends für dieses Jahr?
Zeiler: Wir spüren schon länger das Bedürfnis des Zuschauers zum Eskapismus. Deshalb kommen noch mehr harmonische Geschichten mit Happy Ends, Action wird weniger gefragt sein. Letztlich geht es aber für das Gesamtprogramm immer um die richtige Mischung aus Fiktion, Show und Information.
SPIEGEL: Sitcoms gibt es schon im Dutzend, Quiz- und Castingshows wie "Deutschland sucht den Superstar" verlieren Zuschauer. Was bringt künftig die große Quote, wo sind neue Ideen?
Zeiler: Es gibt im Fernsehen eigentlich nichts mehr, was nicht schon mal ausprobiert wurde. In Zukunft wird sicher das eine oder andere in neuer Aufmachung zurückkommen. Ich bin mir zum Beispiel sicher, dass es bald wieder große Varietéshows geben wird. Nostalgie ist weiter ein großes Thema, deswegen feiern wir 20 Jahre Privatfernsehen ja auch mit Rückblicken. Und es wird mehr Hybridformate wie die Gerichtsshows geben, die fiktionale und reale Elemente mischen.
SPIEGEL: Ersparen Sie uns wenigstens weitere Kuppelshows wie den "Bachelor", der unter anderem als "menschenverachtend" kritisiert wurde?
Zeiler: Das ist doch einfach pure Unterhaltung. Und auch von Frauenfeindlichkeit kann keine Rede sein. Als Nächstes machen wir schließlich "Die Bachelorette", die sich unter 25 Kandidaten den richtigen Mann aussucht.
SPIEGEL: Und Sie setzen offenbar den Trend zum Boulevardprogramm mit kostengünstigen Halb-Prominenten fort: Als Nächstes schicken Sie Daniel Küblböck und Susan Stahnke für eine Survival-Show in den Dschungel.
Zeiler: Es geht einfach um den Blick durchs Schlüsselloch: Wie verhalten sich Prominente, egal ob Star oder Sternchen? Da ist sicher neben Neugierde im Fall der Fälle auch ein bisschen Schadenfreude dabei.

DER SPIEGEL 2/2004
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