12.01.2004

MODERATORENZeit, erwachsen zu werden

Viva-Moderator Mola Adebisi, 30, über seinen Abgang als dienstältester Ansager des Musikkanals
SPIEGEL: Nach über zehn Jahren verlassen Sie Viva. Sind Sie erleichtert?
Adebisi: Meine Zeit war einfach um. In der ersten Nacht nach der Entscheidung aufzuhören hatte ich zwar ganz schön Magenschmerzen. Aber es wird Zeit, erwachsen zu werden. Nun bin ich wirklich froh.
SPIEGEL: Das werden auch viele andere sein: Ihre Sendungen waren erfolgreich, aber für viele waren Sie ein Hassobjekt.
Adebisi: Ab einem gewissen Bekanntheitsgrad polarisiert man nun mal. Es gibt Leute, die finden dich toll. Andere finden mich Scheiße. Soll ich deswegen in mein Kopfkissen weinen? Ich habe das Programm für die gemacht, die mich sehen wollten.
SPIEGEL: Fast jeder Ihrer alten Viva-Kollegen hat es mit einer Moderatoren-Karriere bei einem größeren Sender versucht. Warum nicht Sie?
Adebisi: Mir war klar, dass ich dann vielleicht die Chance für ein Format bekommen hätte, das wahrscheinlich nach einem Jahr wieder verschwunden wäre. Es gibt genug Beispiele von Kollegen, die auf diese Art verbrannt wurden.
SPIEGEL: Neben Ihrem BWL-Studium moderieren Sie auch noch eine Bibel-Sendung namens "Big Church" im Radio. Sehen wir Sie bald mit Bibel-TV?
Adebisi: Ich entwickle gerade zwei Sendungen, bei denen es um Religion, Glauben und Kultur geht. Das ist aber nichts für Viva, sondern eher für die Öffentlich-Rechtlichen.

DER SPIEGEL 3/2004
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