21.02.2004

RUSSLANDKampf um das schlafende Land

Endzeitstimmung im eisigen Osten - Sibirien hat seit dem Ende der Sowjetunion fast zehn Prozent seiner Bevölkerung verloren. Durch die anhaltende Abwanderung gerät Moskaus Herrschaft über die Rohstoffkammer des Riesenreichs in Gefahr. Von Walter Mayr
Wo die Kosaken zum ersten Mal den Nordpazifik sahen, liegt heute Anadyr. Am Ende der russischen Welt. Am nordöstlichen Rand Sibiriens. Dort, wo Amerika schon zum Greifen nah ist.
Bis zum Westrand des russischen Reichs sind es von hier aus über Land knapp 9000 Kilometer und zehn Zeitzonen. Moskau, die Hauptstadt, ist so weit weg wie Manila. Selbst bis zum Ural, dem Gebirgszug, der die sibirische Landmasse im Westen begrenzt, müssen 5500 Kilometer Luftlinie überwunden werden.
Sibirien nimmt fast so viel Fläche ein wie China und Indien zusammen. Doch während in den beiden volkreichsten Staaten Asiens fast zweieinhalb Milliarden Menschen leben, sind es in Sibirien nicht einmal 27 Millionen. Das "schlafende Land", wie die tatarischen Ureinwohner sagen, ist mit durchschnittlich zwei Menschen pro Quadratkilometer besiedelt. Sie haben im Überfluss, was anderswo knapp ist: Lebensraum, Wasser und Brennstoff.
Zwischen Ural und Pazifik lagern schätzungsweise ein Drittel der Weltvorräte an Erdgas und ein Zehntel der Erdölreserven; dazu mehr als ein Fünftel der Süßwasserressourcen weltweit; zehn Prozent des Waldes und Gold, Diamanten, Nickel, Platin, Uran.
"Sibirien wird Russland reich machen", verkündete im 18. Jahrhundert Michail Lomonossow, der Dichter und Gelehrte. "Wenn Sibirien gesund ist, ist Russland gesund", sagt heute Leonid Dratschewski, der Generalgouverneur des russischen Präsidenten für Sibirien.
Doch Sibirien ist nicht gesund.
2,3 Millionen Einwohner hat das Land östlich des Ural seit 1989 verloren - die Zahl der Geburten ging zurück, die Lebenserwartung sank, nach dem Zusammenbruch der sowjetischen Staatswirtschaft setzte eine Massenabwanderung ein. Einzelne Orte sind inzwischen auf Beschluss der Regierung komplett geräumt worden.
Als im Mai 2003 Pläne bekannt werden, weitere Menschen über den Ural westwärts zu locken, melden sich 800 000 Interessierte für die von der Weltbank bezuschussten Programme. Vom größten russischen Umsiedlungsprojekt seit der Stalin-Zeit ist schon die Rede. Aber auch davon, dass der Exodus aus dem von Kosaken eroberten, bis zum Hindukusch und zum Pazifik ausgedehnten Herrschaftsbereich Moskaus dramatische Folgen haben könnte.
"Ansprüche auf russisches Territorium" seien nicht mehr auszuschließen, hieß es in einer Prognose der Regierung schon vor zwei Jahren, wenn die Bevölkerung sich von derzeit 144 Millionen weiter vermindere. "Ob es Russland gelingt, die Kontrolle über Sibirien zu behalten", so der Oxforder Historiker Alan Bullock kurz vor seinem Tod, sei "eine der größten Fragen" des 21. Jahrhunderts.
In seiner ersten Grundsatzrede als Präsident bereits bezeichnet Wladimir Putin die demografische Situation seines Landes als "alarmierend" und fügt hinzu, "das Überleben der Nation" sei in Gefahr. Vier Jahre später steht eine russlandweit auf 1,25 Kinder pro Frau gesunkene Geburtenrate zu Buche und eine mittlere Lebenserwartung für Männer von 58,4 Jahren.
Russlands staatliche Statistikbehörde rechnet für das Jahr 2016 mit nur noch 126 Millionen Einwohnern - das wäre ein Minus von noch einmal 18 Millionen Menschen. Die Abwanderung aus den eisigen Weiten östlich des Ural, sagen die Demografen, werde sich noch verstärken.
Es gibt zweierlei Sibirien. Das eigentliche Sibirien und jenes, das in der Wahrnehmung vieler Deutscher existiert. Der Unterschied liegt in der Perspektive - das Sibirien der Deutschen ist vor allem Projektionsfläche. Für vergangene Schmach oder verdrängte Sehnsucht.
Dass allein Heinz G. Konsalik "mehr über die Taiga geschrieben" habe als der gesamte sowjetische Schriftstellerverband, bespöttelt der Exil-Russe Wladimir Kaminer als Beleg für ein Phänomen, das er "fast krankhaft" nennt - die deutsche Hingabe ans Land östlich des Ural.
Wenn Sibirien über die Jahre eine Art "deutsche Seelenlandschaft" geworden ist, wie das der Historiker Karl Schlögel nennt, so nicht zuletzt dank der Art, wie es in Film und Fernsehen bebildert wird. Das Schicksal des Kriegsgefangenen Clemens Forell, der sich in "So weit die Füße tragen" vom Gulag am Ostkap Richtung Westen durchschlägt, ist verankert im kollektiven Gedächtnis der Älteren.
Bildschöne Kamerafahrten durch sibirische Flusslandschaften wiederum, unterlegt mit Klängen russischer Tonkünstler, wecken bei Nachgeborenen Sehnsucht nach Reisen ins eisige, endlose Land. Das von Zeitgeist-Scouts ausgebrütete ZDF-Format "Sternflüstern" schließlich, in dem deutsche Pioniere auf einer Insel im Baikalsee Schafe schlachten und Eissegler basteln, erreicht die Reality-Show-Generation.
Das wirkliche Sibirien, im Jahr vier der Herrschaft Wladimir Putins, ist eher mit den Problemen der eigenen Bevölkerung beschäftigt.
Wenn Larissa Udalowa mit der Welt Kontakt sucht, geht sie Schlag zehn Uhr morgens auf ihre Standardfrequenz. Das Funkgerät der Bürgermeisterin ist für Kujumba, 3400 Kilometer östlich von Moskau inmitten der Taiga gelegen, die Nabelschnur zur Restwelt. Es gibt kein Telefon im Dorf, keinen Laptop, kein Postamt.
Noch in Plastikschlappen und Nike-Trainingshose vom morgendlichen Melken, umringt von Jägern, die auf einen Hubschrauber hoffen, und von Betrunkenen, die sich in der Amtsstube wärmen, spricht die Dorfchefin auf ihr Funkgerät ein wie auf einen störrischen Esel. Doch aus dem Äther dringt Rauschen.
Kujumba, gelegen bei Flusskilometer 625 an der Tunguska, ist nur über Wasser zu erreichen. Oder mit einem der Mi-8-Hubschrauber, die alle paar Tage wie dicke Hornissen über den Baumwipfeln einschweben. In eine gottverlassene, steif gefrorene Gegend voll mit Wölfen, Bären und Zobel.
Und voller Erwartung. Kujumba liegt am Rande des Jurubtschen-Felds, des am besten erkundeten Ölvorkommens in einem der am wenigsten entwickelten Teile Sibiriens - in Ewenkien. Das Jurubtschen-Feld allein birgt Öl im Verkaufswert von etwa 125 Milliarden Dollar. Es könnte ganz Deutschland vier Jahre lang ununterbrochen versorgen.
Der Autonome Bezirk Ewenkien, doppelt so groß wie die Bundesrepublik, weniger Einwohner als Liechtenstein, soll den Ölrausch verlängern helfen, wenn die Vorräte im westsibirischen Becken hinter dem Ural zur Neige gehen. Den Ölarbeitern wird es dann so ergehen wie den kosakischen Pelzjägern im 17. Jahrhundert - auch sie zogen weiter ostwärts, als der Zobel in Westsibirien ausgerottet war. Und legten mit immer neuen Eroberungen den Grundstock für Russlands Weg zur Großmacht.
In Ewenkien und Jakutien werden Milliarden Tonnen Öl vermutet und reichlich Gas. China will von hier aus einen Teil des Brennstoffbedarfs seiner 1,3 Milliarden Einwohner sichern. Ein Vertrag vom vergangenen Sommer zwischen der Ölfirma Jukos und ihren chinesischen Partnern verspricht Öllieferungen von 2005 an. Volumen: bis zu 25 Millionen Tonnen jährlich.
Doch seit dem 25. Oktober 2003 ist alles anders. Seit diesem Tag sitzt der Jukos-Chef Michail Chodorkowski im Moskauer Gefängnis Matrosenruhe. Ausgerechnet er, der sich anschickte, der unterentwickelten Region Ewenkien Hoffnung zu machen. Der mit Jukos die regionale Ölfirma samt ihrer Förderlizenzen übernommen hatte und Seite an Seite mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan der "Region, deren wirtschaftliche und soziale Rückständigkeit erschreckend ist", Strukturhilfe versprach.
Dass Chodorkowski Schlupflöcher nutzte und mit dem innerrussischen Offshore-Status Ewenkiens Steuern sparte, kreidet ihm nun der Generalstaatsanwalt an. Jukos bestritt zuletzt 80 Prozent des ewenkischen Budgets, streute Wohltaten unters Volk, Schneemobile unter die Eingeborenen, und schickte einen als Schamanen kostümierten Ex-Matrosen aus dem Fernen Osten zu Ausstellungen nach Paris und Genf, damit er von der lebendigen Stammestradition der Ewenken künde.
All das hat niemanden gestört, bis Chodorkowski, der reichste Mann Russlands, von ganz oben zum Abschuss freigegeben wurde, wohl weil er dem Kreml-Herrn zu frech geworden war. Nun ist wieder alles offen, in Ewenkien, östlich des Jenissej.
Die Lizenzen im Milliarden-Monopoly ums Öl werden überprüft. Ein Konsortium aus staatlichen und staatsnahen Firmen wurde gegründet, um die Reichtümer Sibiriens wieder enger unter die Kontrolle der öffentlichen Hand zu zwingen. Für die Einwohner Ewenkiens heißt das: Sie werden weiter auf die Neuzeit warten müssen.
"Wir sind jetzt an der Schwelle zwischen dem 20. und dem 21. Jahrhundert", hatte Wladimir Sturow, der Bezirkschef der betroffenen Region, noch drei Wochen vor Chodorkowskis Verhaftung hoffnungsfroh erklärt: "Woanders verschwindet das Öl, bei uns geht es erst los. Der Fortschritt hier kommt mit den Ölfirmen. Seit den sechziger Jahren haben wir von ihnen geträumt."
Inzwischen muss sich Sturow, der die Wartezeit bis zum Ausbruch des Ölrauschs vor einem Bollwerk aus 44 heidelbeerblauen Lenin-Bänden in seinem Büro absitzt, in der Jukos-Affäre sogar mit dem Staatsanwalt auseinander setzen. Von der Pipeline nach China ist vorerst keine Rede mehr.
Manche wären nicht böse, bliebe das Öl, wo es ist - im Boden. Die Fischer an der Tunguska etwa, die schon jetzt klagen, dass die Bestände an Stören, Aalquappen und Schleien seit Beginn der Probebohrungen zurückgingen. Und die noch nicht einmal ahnen, welch flächendeckende Verheerungen die Ölindustrie an Mensch und Natur im Westen Sibiriens bereits angerichtet hat.
Oder die letzten ewenkischen Rentierzüchter, die hinter der Flussgabelung am Ufer Rentierfett verbrennen, damit ihnen die Götter gnädig sind, und am Schluss Flusswasser in alle vier Himmelsrichtungen darübersprühen. Und auch die Altgläubigen mit den Rauschebärten, die hier siedeln seit dem Raskol, dem Schisma der russisch-orthodoxen Kirche im 17. Jahrhundert, brauchen keine Fördertürme. Sie sind die besten Zobeljäger der Gegend. Mit dem Kapkan, dem Fangeisen, und mit Eskimohunden rücken sie aus zur Jagd. Bis zu 100 Euro bringt ein Zobelfell.
In Kujumba allerdings, dem traurigen Flecken inmitten wegloser Taiga, hat mancher gehofft, dass mit dem Öl das Glück käme. Das Dorf mit ein paar Dutzend Holzhäusern, gegründet 1929 von Bolschewiki, um nomadisierende Rentierzüchter sesshaft zu machen, hat seit dem Ende der Sowjetunion jeden dritten Einwohner verloren.
Es gibt in Kujumba nicht nur kein Telefon und also keine Hilfe, wenn wieder einer vom Bären angefallen wird. Es gibt nachts auch keinen Strom, und fließend Wasser überhaupt nie. Auch Erstklässler müssen bei minus 40 Grad nach draußen aufs Plumpsklo. Für den Tee schleppt die Direktorin Flusswasser hügelaufwärts.
Kujumba ist ein Sinnbild menschlicher Hybris, errichtet auf dem 61. Breitengrad im Herzen Sibiriens. Zwischen rostenden 1000-Liter-Öltanks aus der Zeit der Probebohrungen grast Fleckvieh, und daneben ragt, mit Zementsockel und Metallpfropfen verschlossen wie ein Denkmal des Ölpionierzeitalters, der Bohrhals der ersten Quelle Ostsibiriens hervor - entdeckt am 8. März 1973 in Kujumba.
Die Frage, wie das Öl von hier, aus dem Herzen der Wildnis, kostendeckend zum Verbraucher gebracht werden könnte, ist bis heute ungelöst. Die Rechnung zahlt derweil das Dorf. "Mit den Ölleuten kamen Alkohol, Schießereien und Selbstmorde zu uns", sagt die Bürgermeisterin.
Mit 43 Jahren sterben die Männer des Dorfes im Schnitt, so Larissa Udalowa, mit 47 Jahren die Frauen. Der Wodka ist zu billig hier und das Obst zu teuer. In Ewenkien, dem Land ohne Straßen, muss alles eingeflogen werden. Für sich selbst aufkommen können die sowjetisierten Nomadenkinder nicht mehr. "Wir haben die Generationenbrücke zerbrochen", sagt einer von ihnen.
Larissa Udalowa, Nomadentochter, Enkelin des letzten Schamanen von Kujumba, Schwägerin des Chefs der alten Rentier-Sowchose und Bürgermeisterin seit 17 Jahren, hat deshalb inzwischen mit anderen die Spurensicherung aufgenommen. Sie nennen ihr Werk "Projekt Kujumba".
Sie zeichnen Stammbäume und markieren die Siedlungsgebiete ihrer Vorfahren. Wenn die Öl-Multis kommen, sollen sie zumindest noch Papiere vorfinden, in denen steht, wem das Land einst gehörte.
Irkutsk, 5042 Kilometer östlich von Moskau, das Tor zum Baikalsee: Besuch bei Fjodor Timofejew, den die Rauschgiftfahnder von der Irkutsker Polizei den Zigeunerbaron nennen. "Er ist der größte Drogenhändler der Stadt", sagen sie.
"Was wollt ihr denn schon wieder, ich bin ein alter Mann mit einem Fuß im Grab." Der Zigeunerbaron, ein massiger Mann am Krückstock, stößt widerwillig das schmiedeeiserne Tor zu seinem Reich auf.
"Außen Kremlmauer, innen Eremitage", sagen die Fahnder und grinsen, am Interieur fehle es hier nicht. Das ziegelfarbene Phantasieschlösschen des Zigeunerbarons mit seinen himbeerroten Außenmauern hebt sich von den umstehenden Holzhäusern aus dem 18. Jahrhundert ab wie die Zuckertorte vom Sandkuchen.
"Hier wird mit Drogen gehandelt", steht am Nachbarhaus, dazu zeigt ein kleiner Pfeil auf den Palast des Zigeunerbarons. Der aber will partout nicht verstehen, warum die Beamten mit ihm über Heroin reden wollen. Timofejew, einst unter den Taschendieben von Irkutsk mit dem Kosenamen "Goldhändchen" geadelt, hat zu viele Hausdurchsuchungen überstanden, um sich noch überraschen zu lassen.
Durchs Elend der Irkutsker Vorstadt bahnen sich die Drogenfahnder im Dienstwagen ihren Weg: vorbei an den Baracken der Süchtigen in der Arbeitersiedlung und an bibbernden Nutten in der Barrikadenstraße, Gesichter unter fingerdicker Schminke. Für umgerechnet 1,50 Euro Aufpreis gibt es hier ungeschützten Verkehr.
Ein paar Kilometer weiter, im Kinderheim "Storch" vis-à-vis dem Aids-Zentrum, sitzen die jüngsten Opfer der Verhältnisse in Irkutsk. 45 Kinder im Alter bis zu drei Jahren, vorübergehend oder für immer aufgegeben von drogensüchtigen und HIV-infizierten Müttern.
Wie ein Orkan aus heiterem Himmel ist das HI-Virus über Irkutsk gekommen. Von nahe null auf 443 Infektionen pro 100 000 Einwohner stieg die Zahl der registrierten Ansteckungen im Jahr 1999. Daraufhin wurden in der Stadt Reihenuntersuchungen eingeleitet, "Schüler, Studenten, Prostituierte, alles bis hin zur 80-jährigen Oma", sagt Boris Zwetkow, der Leiter des örtlichen Aids-Zentrums. "Das hätte vielleicht nicht sein müssen, aber so hatten wir sie am Ende" - die Infizierten.
1047 pro 100 000 Einwohner sind in Irkutsk-Stadt registriert. Das ist der höchste Wert in ganz Russland. Wenn wie in Irkutsk mehr als ein Prozent der Bevölkerung das Virus in sich trägt, ist nach den Richtwerten des russischen Aids-Zentrums bereits die Phase der "allgemeinen Epidemie" angebrochen.
Von russlandweit 500 000 bis 2,5 Millionen Infizierten spricht Wadim Pokrowski, der Leiter des Bundes-Aids-Zentrums. Ohne künftige Vorbeugung und retrovirale Behandlung könne die Zahl der Virusträger bis 2020 auf 14,6 Millionen steigen. Russlands Aids-Etat lag 2003 bei 3,9 Millionen Dollar. Das war ein Drittel weniger als 2002 und etwa ein Tausendstel des Betrags, den Experten für nötig halten.
Mit Irkutsk trifft die Seuche eine der schönsten, kultiviertesten Städte Sibiriens. Irkutsk ist eine Stadt der Bibliotheken und Theater. 80 000 Studenten leben hier zwischen mehrhundertjährigen Holzhäusern mit handgeschnitztem Fassadenschmuck und Ziegelhäusern in altrussischem Maß.
Irkutsk war Sitz des ersten Gouverneurs von Ostsibirien, der ersten Universität von ganz Sibirien und galt lange als so etwas wie der letzte Vorposten der Zivilisation vor dem Weg in die Wildnis. Kaufleute, die von hier aus Handel mit dem Fernen Osten und Amerika trieben, brachten Luxus in die Stadt, was Tschechow zu der Bemerkung veranlasste, Irkutsk sei dandyhaft, "ganz und gar Europa".
Noch heute ist in Kaffeehäusern und auf Hauptstraßen etwas zu spüren von der Eleganz jener Zeit und auch vom Geist der Dekabristen, jener Adeligen, die 1825 gegen den Zaren aufbegehrten und nach Irkutsk verbannt wurden. Entbehrung, Stolz und Stilwillen haben der Stadt Prägung gegeben.
Dazu kommt die Lage. In Irkutsk kreuzen sich Handelswege nach Osten und Süden, nach China, Afghanistan und in die Mongolei. Hier wurden von alters her Pelze gegen Rohseide und Tee eingetauscht. Hier kreuzen sich jetzt die Wege der Drogenmafia. Zwar sind die Zeiten vorbei, da in der Handelsstadt aus Bottichen mit bis zu 200 Schuss Heroin gemeinsam Spritzen vollgezogen wurden und das HI-Virus sich wie ein Lauffeuer verbreitete. Doch die Zahl der Süchtigen steigt weiter.
Es sind vor allem die Jungen, die Kinder von Glasnost und Perestroika, die der Seuche in den nächsten Jahren zum Opfer fallen werden. Heroinabhängige wie jene, die die Ärztin Natalja Iwanowna zweimal wöchentlich "aus ihren Drogenkellern lockt", wie sie sagt, indem sie ihnen frische Spritzen anbietet. Vorausgesetzt, sie rücken die gebrauchten raus.
Bei minus 20 Grad im Freien, vor einem verlassenen Haus in einer tristen Ecke der Dritten Siedlung, steht die Ärztin mit drei Freiwilligen und wartet, bis die Süchtigen kommen. Bis sie ums Eck biegen, ihre blutverschmierten Spritzen in Plastiksäcke werfen, neue entgegennehmen und erzählen, wie lange sie schon am Heroin hängen.
55 000 Kanülen sind auf diese Art allein im vergangenen Jahr eingesammelt worden und wer weiß wie viele Leben gerettet. Die Stadt Irkutsk gibt Natalja Iwanowna und ihren Leuten trotzdem keinen Unterschlupf, der Staat gibt kein Methadon, und Apotheken verweigern Süchtigen bisweilen sogar den Spritzenverkauf.
"Erst in zwei bis drei Jahren erreichen wir hier in großem Maße die Aids-Phase", sagt eine der Helferinnen. "Und niemand ist darauf vorbereitet."
Wolodja ist ein schmaler junger Mann, trägt schwarze Lederjacke zu dezent gemusterter Krawatte und brettert in einem Mitsubishi-Jeep über die ungeteerten Straßen, als wären es Highways.
So einer fällt auf in Tjoploje Osero, einem staubigen Flecken an der Transsibirischen Eisenbahn, gut 8000 Eisenbahnkilometer östlich von Moskau. Graue Häuschen, wilde Müllhalden und einen Lenin in Gold gibt es hier, dazu eine Wand mit dem Spruch: "Die Arbeiterklasse war, ist und bleibt die wichtigste Kraft der Gesellschaft."
"Von wegen", sagt Wolodja: "Es ist schwierig, hier überhaupt Leute zu finden, die arbeiten wollen und nicht dauernd besoffen sind. Und mich fragen sie noch, was ich eigentlich hier verloren habe."
Wolodja heißt in Wahrheit Sun Li und ist Absolvent der Fakultät für russische Sprache in Harbin, auf der anderen, der chinesischen Seite des Amur. Weil sein Name den Russen nicht recht von der Zunge gehen will, nennen sie ihn Wolodja.
Mit Geld und Arbeitern aus der kommunistischen Volksrepublik, ergänzt um ein paar willige Russen, ist Wolodja angetreten, im verschlafenen Tjoploje Osero vorzuführen, was ein Erbe Deng Xiaopings unter Marktwirtschaft versteht.
300 Mann aus einer nordchinesischen Holz-Kolchose sind über den Amur gekommen und schlagen nun sibirische Birken. Das Holz wird in Klötze zerteilt, mit schweren Schäleisen filetiert und von einer neuen Maschine chinesischer Bauart zu Stäbchen zerkleinert. Genauer: zu einer Million Wegwerfstäbchen pro Tag, für hungrige Kantinengänger jenseits des Amur.
Von der Essstäbchenfabrik führen endlose Schotterpisten entlang der chinesischen Grenze quer durch das gelobte Land der Sowjetjuden - durch das Jüdische autonome Gebiet Birobidschan. Die Region, in die Stalin von 1928 an die Juden seines Reichs lockte, um sie dann größtenteils ins Gefängnis werfen oder im Gulag umbringen zu lassen, liegt heute wie damals im toten Winkel. Birobidschan, das sind eine Hand voll Häuser im Sumpfland zwischen Birkenhainen und Elsterschwärmen, das ist ein Land ohne Gesicht und Geschichte.
Von ehemals 218 000 Einwohnern hier sind im letzten Jahrzehnt fast 30 000 abgewandert. Nur zwei Prozent der Verbliebenen sind Juden. Zwei konkurrierende Gemeinden gibt es noch, doch die alte Synagoge ist abgebrannt, die Tora verschollen, die Jüdische Schule geschlossen.
Was läge näher, als aus einem zerborstenen Wahngebäude der Vergangenheit ein Labor für die Zukunft zu basteln - aus Stalins zweitem Zion ein Modell für das Nebeneinander von Chinesen und Russen?
"Bei uns hier singen die Chinesen inzwischen Jiddisch und spielen Balalaika", sagt der Vizegouverneur von Birobidschan zufrieden und reicht Mazze. "Die Chinesen kriegen ihr Geld aus der Heimat und das Essen von uns; wir züchten eigens Hunde für sie", spottet der Geschäftsführer einer Fabrik, die mit Leiharbeitern aus China Matratzen fertigt.
Noch sind dauerhafte Aufenthaltsgenehmigungen für Chinesen die Ausnahme. Eine sichtbare "gelbe Gefahr" gibt es nicht. Auftreten und Tonfall vieler Russen allerdings legen den Schluss nahe, dass sie die zum chinesischen Sprichwort geronnene Maxime ihrer bescheiden lächelnden Gäste nicht kennen: "Friss deinen Nachbarn wie die Seidenraupe das Blatt."
Dafür spricht die Verachtung, mit der russische Croupiers von der vermeintlichen Höhe ihrer Kultur auf die heftig glucksenden Chinesen in ihren Casinos blicken, die dicke Geldbündel zum Spielen mit über die Grenze bringen. Dafür spricht auch der Ton, in dem der Vizegouverneur sagt: "Die Chinesen arbeiten besser und trinken weniger als wir, aber das kriegen wir auch noch hin."
In Chabarowsk, drei Autostunden weiter Richtung Osten, sind sie sich da schon nicht mehr sicher. Hier haben sie den Unterschied allabendlich vor Augen, wenn an den hölzernen Landungsbrücken die so genannten Weberschiffchen (Händler) und die Ziegelsteine (Träger) mit schweren Plastikkoffern voller Waren von den Amur-Fähren kommen.
Die Träger sind Russen, die Händler zumeist Chinesen. Im direkten Effektivitätsvergleich hätten die trinkfreudigen Russen noch nie gut abgeschnitten, sagt Maxim Tarassow, Berater des Gouverneurs Chabarowsk: "Schon vor der Revolution war es für die russischen Mädchen ein Erfolg, einen Chinesen geheiratet zu haben. In Russland heißt es doch bis heute - ,Wenn er dich am Freitag nicht prügelt, liebt er dich nicht.'"
Sibirien liegt zu nah an China, um sich nicht messen zu müssen. Sibirien verliert an Volk, China nicht. Sibirien hat Raum und Rohstoff, doch zu wenig Arbeitskraft. In China ist es umgekehrt. Keine 5 Millionen Russen leben am Amur auf Tuchfühlung mit über 100 Millionen in den drei Nordostprovinzen Chinas.
Schon vor fast hundert Jahren waren es Chinesen, die die Transsib bauen halfen und den Hafen von Wladiwostok. Als Russlands Premier Pjotr Stolypin damals über den Fernen Osten sagte: "Wenn wir aufwachen, wird er vielleicht nur dem Namen nach noch russisch sein", waren in Wladiwostok 70 Prozent des Kapitals in chinesischer Hand. Stolypin ließ den Zuzug stoppen und Siedler aus Zentralrussland kommen.
Das ginge heute nicht mehr. Ab 2010 wird die arbeitsfähige Bevölkerung in Russland um jährlich ein Prozent abnehmen. Die Demografin Schanna Sajontschkowskaja sagt: "Wir brauchen bis zum Jahr 2016 vermutlich an die 7 Millionen Einwanderer und bis zur Jahrhundertmitte 30 bis 40 Millionen. Es wäre also das Beste, sich schon jetzt auf künftig 10 Millionen Chinesen in Russland einzurichten."
Dazu allerdings müsste die russische Regierung ihr Einwanderungsgesetz liberalisieren. Hardliner um Wiktor Iwanow in Putins Verwaltung stehen dem im Weg. Dabei hat Putin selbst schon im Juli 2000 gewarnt, nach Lage der Dinge werde die Bevölkerung in Russlands Fernem Osten in wenigen Jahrzehnten "Japanisch, Chinesisch und Koreanisch sprechen".
Die Periode "spontanen Aufbaus" chinesischer Gemeinden in Russland sei bereits abgeschlossen, heißt es in einer Studie der Internationalen Organisation für Migration. Bis zu 400 000 Chinesen befänden sich im Land. "Die Außenwirtschaftspolitik Chinas zielt auf Platz eins weltweit", sagt Russlands führender Sinologe Wilja Gelbras, und Russland bekomme nun an vorderster Front zu spüren, was "von einer globalen chinesischen Migration" zu erwarten sei.
Wenn Moskau "für die Entwicklung des Fernen Ostens und Sibiriens nicht Sorge tragen" könne, werde es diese Gebiete verlieren, sagt Dmitrij Trenin. Er war Offizier der Sowjetarmee, als für Panzerfahrer noch ein Stadtplan von Peking zur Ausrüstung zählte. Heute erklärt Trenin im Dienst der amerikanischen Carnegie-Stiftung die Welt und sieht schwarz für die Russen, sollte es am Amur einmal wieder zum Waffengang kommen: "Die Gefechtsfähigkeit und -bereitschaft der russischen Streitkräfte", so Trenin, "ist auf dem niedrigsten Niveau seit 50 Jahren."
Die "Luftbasis Ostkap" auf der Halbinsel Tschukotka war der nordöstlichste Vorposten der Sowjetunion im Kalten Krieg. Hier, zehn Zeitzonen vom Westrand des Imperiums entfernt, Alaska gegenüber, war der Stützpunkt der arktischen Jäger.
Als die Sowjets 1952 den Weltkriegshelden General Sergej Schtemenko nach Tschukotka ins Land der Bären und Polarfüchse schickten, schwante den Amerikanern auf der anderen Seite der Beringstraße, dass die diplomatische Eiszeit von Dauer sein könnte.
Wer heute nach Ugolnyje Kopi kommt, in die alten Militärsiedlungen der tschuktschischen Hauptstadt Anadyr, der begreift, wie es um Russland bestellt ist. Verlassene Offizierswohnungen, vereinzelt ein erleuchtetes Fenster oder eine einsame Rauchsäule am Himmel des Nordens, bisweilen ein Uniformierter, der durch Schneewehen am Jagdflieger-Denkmal vorbei zum Haus der Offiziere strebt.
An die 350 von ehemals 4000 Soldaten halten unter dem Befehl von Oberst Alexander Bulowitsch noch die Stellung in Ugolnyje Kopi. Nur vereinzelt wurden in der Vergangenheit Tu-95-Bomber über der Beringstraße gesichtet. Die Lage an der alten Nahtstelle des Kalten Krieges scheint ruhig.
Auf der Halbinsel Tschukotka, die größer ist als Frankreich plus Benelux-Staaten, leben heute noch etwas mehr als 50 000 Menschen, zu einem Viertel Tschuktschen und Eskimos. Das entspricht etwa 0,06 Einwohnern pro Quadratkilometer und einem knappen Drittel der Bevölkerung von 1989. Auf Tschukotka wird das Sowjetsystem beispielhaft beerdigt.
Ganze Siedlungen räumen sie jetzt hier, wie Schachtjorsk am Golf von Anadyr, wo nahebei, inmitten einer postindustriellen Trümmerlandschaft, die alte Landebahn der sowjetischen Kampfflieger liegt. Ganze Generationen von Pionieren des Nordens rüsten zum Aufbruch, "na materikje", aufs Festland, wie sie sagen, nach Westen.
Wer 15 Jahre lang Winter bis minus 60 Grad ausgehalten hat, oder wer in einer Siedlung lebt, die komplett gesprengt wird, bekommt den Transport in die neue Heimat plus Wohnung in Woronesch, Omsk oder Tula umsonst. Manche packen, bevor sie fliegen, ein letztes Mal die Angel aus, hacken ein Eisloch in den Golf und starren Richtung Meer.
Ist das hier schon das Ende des Traums vom Riesenreich zwischen Ostsee und Pazifik? Ist Abwanderung jene Antwort auf den "sibirischen Fluch", die in einer amerikanischen Studie soeben nahe gelegt wurde: Russland müsse die Konsequenzen aus seiner alten Politik der imperialen Überdehnung ziehen, "kleiner und wärmer" werden, Teile der Städte im hohen Norden aufgeben, wenn es von den Kosten für deren Erhaltung nicht erdrückt werden wolle.
Michail Djatschenko glaubt das nicht. Als Rentierzüchter-Sohn vom Volk der Ewenen, Dichter und ehemaliger KP-Sekretär für Ideologie behauptet er, sich ein Urteil erlauben zu können darüber, wie es mit Tschukotka weitergeht.
Djatschenko hat erlebt, wie NKWD-Kommissare zu den Nomaden kamen, "rote Jarangas" gründeten und die Hirtenzelte mit Propagandafilmen bespielten. Er hat erlebt, wie Stalin den Gulag bis nach Tschukotka ausdehnte. Und wie sie die Halbinsel dann zum waffenstarrenden Vorposten der wahren Lehre gemacht haben. Jetzt ist Djatschenko 67 Jahre alt und sagt, Tschukotkas habe einen Namen: Roman Abramowitsch.
Abramowitsch ist Gouverneur von Tschukotka und der reichste noch in Freiheit lebende Russe. Er hat sein Geld mit Öl und Aluminium gemacht, und als er 34 war, hat er beschlossen, noch etwas anderes zu probieren. So kam er nach Anadyr.
Die Stadt, 1649 von Semjon Deschnjow gegründet, ist das östlichste Symbol des russischen Herrschaftsanspruchs über eine menschenfeindliche Natur - eine baum-lose Mondlandschaft, bevölkert von Menschen, deren Gesichter in Fellmützen versinken wie Rosinen im Hefeteig. Als Kulissen dienen ans Meer gepresste Verschläge, Schuppen, Kraftwerkskessel, Kulturpaläste und Plattenbauten, die auf Betonpfeilern im Permafrostboden stehen.
Und doch soll plötzlich alles anders geworden sein hier. Sagen zumindest die, die noch da sind. Und die Mitarbeiter von Abramowitsch, die in den etwa elf Monaten jährlich die Stellung halten, in denen der Gouverneur nicht auf Tschukotka weilt.
Es gab Schwarzmeer-Ferien für Tausende Kinder, auf Kosten des Gouverneurs. Das führte zu großer Freude und zu kleinen Dramen. Es war zu schön und zu heiß für Tundrakinder. Sie wollten nicht mehr zurück. Fürs kommende Jahr sind Ferien am heimischen Meer geplant.
Es gibt dank Abramowitsch jetzt Satellitentelefon in den Dörfern, Geldautomaten, die Dollar spucken, Vitaminpillen für Kinder, nagelneue Holzhäuser für einstige Bruchbudenbewohner, frische Hollywood-Filme im Kino und ein Restaurant, in dem sie "Pappardelle alla lepre" servieren, Hasenragout mit Nudeln, fast am Polarkreis.
Vor allem aber gibt es seit langem Gerüchte, Abramowitsch sei nicht aus karitativen oder sportlichen Erwägungen Gouverneur von Tschukotka geworden, sondern um Steuern zu sparen und um sich den Zugriff auf die Öl- und Goldreserven der Halbinsel zu sichern.
Denn mit 780 verbliebenen Rentierzüchtern und 350 Walfängern an der Beringstraße ist kein Staat und kein Geschäft zu machen. Sie leben von den Subventionen des Gouverneurs, und wenn die mit Satellitenchips ausgerüsteten Grauwale aus einer Laune heraus auf die amerikanische Seite schwimmen oder das Rentierfleisch in der Tundra nicht abgeholt wird, dann sind sie brotlos.
Also Öl, Gas und Gold als Zukunftsmelodie, auch für Tschukotka? Eine Tochter des Abramowitsch-Konzerns Sibneft hat die fossilen Vorkommen über Jahre hinweg erkunden lassen.
"Wenn Lösungen für die einzigartigen Schwierigkeiten bei der Ausbeutung in Tschukotka gefunden werden, hat die Gegend das Potenzial, eine wirtschaftliche Renaissance im ganzen russischen Osten mit- zutragen", verlautet aus der Verwaltung. Das klingt, als wären die einzigartigen Schwierigkeiten am Ende zu überwinden. "Was Abramowitsch in den FC Chelsea investiert sind Kopeken verglichen mit dem, was im Anadyr-Becken brachliegt", sagt ein Geologe in Anadyr.
Dass der Gouverneur mit seinen Leuten "von der Pazifikkrabbe bis zum kleinsten Goldklumpen" an allem beteiligt ist, gehört in Anadyr zum Glaubensbekenntnis. Abramowitschs ehemalige Mitarbeiterin, die jetzt in die Duma gewählt worden ist, hat als Privatvermögen fünf Millionen Dollar angegeben. Moskauer Ermittler sind längst auf Abramowitschs Spuren unterwegs.
Aber braucht der Multimilliardär wirklich noch die Schätze Tschukotkas? Es sieht nicht so aus.
Abramowitsch hört auf als Gouverneur, 2005. Schon der Gedanke daran kommt für die Menschen hier einem Alptraum gleich. Sollte der Geldstrom des Sibneft-Milliardärs versiegen, sollte es bei den 200 Millionen Dollar bleiben, die er auf Tschukotka ausgegeben haben will, wird an der Beringstraße ein weiterer Exodus folgen.
"Mit Symbolen rettest du kein sterbendes Land", hat Alexander Solschenizyn einmal gesagt, an die Adresse Wladimir Putins. Der Befund hätte auch auf Abramowitsch und sein Tschukotka gepasst.
In Sibirien, dem Land zwischen Ural und Pazifik, schrumpft allerdings noch die gewaltigste Tat zum bloßen Versuch.
Von Walter Mayr

DER SPIEGEL 9/2004
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