19.04.2004

Andreas Pinkwart

Andreas Pinkwart , 43, Vizechef der Bundes-Liberalen und Landeschef seiner Partei in Nordrhein-Westfalen, verkündet an diesem Montagabend in Düsseldorf eine umstrittene Personalentscheidung: Ingo Wolf, 49, soll auf dem kommenden Landesparteitag zum Spitzenkandidaten der FDP im nächsten Landtagswahlkampf von NRW gewählt werden. Ex-Oberkreisdirektor Wolf, der aus diversen öffentlichen Ämtern höher alimentiert wird als der Bundespräsident, hat bereits die Fraktionsführung von Jürgen Möllemann geerbt und fällt oft durch die Attitüde eines Oberlehrers auf. Die Fraktion spielt unter seiner Führung auf der politischen Ebene kaum eine Rolle, zerfällt in Wolf-Freunde und -Gegner. Schlagzeilen machte kürzlich eine Polen-Reise unter der Leitung Wolfs, bei der man sich über die Folgen des Zigarettenschmuggels informierte. Was einen Abgeordneten nicht davon abhielt, gleich sechs Stangen des billigen Rauchguts einzusacken und wegen der Zollkontrolle an Parteifreunde aufzuteilen. Meldungen über die liberale Schmuggler-Truppe wurden von einem Anonymus vom Fax des Fraktionsvorstands an alle wichtigen Zeitungen des Landes versandt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) erwägt, die Aufhebung der Immunität des Missetäters zu beantragen.

DER SPIEGEL 17/2004
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