28.06.2004

RÜSTUNGSFILZIm Dienst zu Daimler

Der Ex-Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls, seit fünf Jahren wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung gesucht, hat lange vor seinem Ausscheiden aus dem Verteidigungsministerium einen Anstellungsvertrag mit seinem späteren Arbeitgeber Daimler-Benz ausgehandelt. Dies geht aus einer Aktennotiz des damaligen Daimler-Personalvorstands Hans-Wolfgang Hirschbrunn vom 19. November 1990 hervor: Pfahls wolle "die Stelle des Präsidenten der belgischen Vertriebsgesellschaft annehmen". Laut Vermerk war auch der damalige Daimler-Chef Edzard Reuter in den Vorgang einbezogen. Hirschbrunn sagte dem CSU-Mann ein Jahresgehalt von 680 000 Mark zu; ein Teil der Bezüge sollte auf Wunsch von Pfahls in die Schweiz oder nach Monaco überwiesen werden. Am 1. März 1992, gleich nach seinem Ausscheiden als Staatssekretär, begann Pfahls für Daimler zu arbeiten, am 1. Juli 1992 wechselte er nach Brüssel. Das Pikante: Die damalige Tochterfirma Daimler-Benz Aerospace gehörte zu den Hauptlieferanten der Bundeswehr, die zuständige Rüstungsabteilung im Ministerium leitete Pfahls.

DER SPIEGEL 27/2004
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