28.06.2004

SUBVENTIONENDeutsche Steinkohle AG vor Radikalumbau

Um den Abbau von Steinkohle in Deutschland weit über das Jahr 2012 hinaus zu sichern, baut der Chef des Energie- und Chemiekonzerns RAG, Werner Müller, die Tochtergesellschaft Deutsche Steinkohle AG radikal um. Die Hauptverwaltung wird 2005 von 1760 auf 200 Mitarbeiter gekappt, die Belegschaft der Bergwerke und Kokereien um 1700 auf 25 800 verkleinert. Die Betroffenen werden in vier Servicecenter ausgelagert - und sich dort um Technik, Logistik, Personal, Standort- und Geodienste oder kaufmännische Aufgaben kümmern. "Wir müssen Doppelfunktionen abbauen", verlangte Müller kürzlich von seinem Aufsichtsrat, "und deutlich effizienter werden." Es reiche längst nicht mehr aus, subventionierte Kohle nach staatlichen Vorgaben zu produzieren. "Die RAG muss in der Lage sein, flexibel auf eine sich verändernde Kohle-Nachfrage zu reagieren." Im Zweifelsfalle hieße das, die Produktion auch relativ kurzfristig herauffahren zu können - und mittelfristig möglicherweise sogar wieder Zechen zu öffnen. Das montanbestimmte Gremium segnete die Pläne ab und stimmte auch einem weitergehenden Abbau von Arbeitsplätzen zu. Bis 2012 will Müller die Belegschaft der Tochter auf 18 200 reduzieren - dazu sollen dann aber noch mal 1800 Auszubildende kommen.

DER SPIEGEL 27/2004
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