28.06.2004

KARRIERENReichlin zum DIW?

Nach Beatrice Weder di Mauro soll möglicherweise eine weitere Ökonomin einen Spitzenposten in der Forschung erhalten: Die italienische Wirtschaftsprofessorin Lucrezia Reichlin hat beste Chancen, Nachfolgerin des in Ungnade gefallenen Gustav Adolf Horn, des Leiters der wichtigen Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), zu werden. Dessen Vertrag wurde wegen Differenzen mit Institutspräsident Klaus Zimmermann nicht verlängert. Um dem Eindruck entgegenzuwirken, der eher nachfrageorientierte Horn habe seinen Stuhl wegen unterschiedlicher Auffassungen über keynesianische Wachstumspolitik verloren, inserierte das DIW ausdrücklich, bei der neuen Position sei "ein Ausweis in moderner keynesianischer Makroökonomie wünschenswert". Reichlin, die 1986 an der New York University promovierte und derzeit an der Universität Brüssel lehrt, machte sich einen Namen, als sie mit Hilfe einer Langzeitbeobachtung Rezessionsphasen in der Euro-Zone nachwies und miteinander verglich. Beim DIW gilt sie deshalb und wegen ihrer polyglotten Ausstrahlung als Favoritin, die möglicherweise Konkurrenten wie die renommierten Wissenschaftler Klaus Wälde von der Universität Dresden und Michael Funke von der Universität Hamburg auf die Plätze verweisen wird.

DER SPIEGEL 27/2004
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