28.06.2004

FLUGHÄFENLufthansa liebäugelt mit Fraport-Einstieg

Bei der Deutschen Lufthansa wird intern heftig diskutiert, ob die Fluglinie bei einem ihrer wichtigsten Dienstleister einsteigen soll, dem Frankfurter Flughafen (Fraport). Bundesfinanzminister Hans Eichel bekräftigte vergangene Woche erneut, dass sich der Bund noch in diesem Jahr von seinem 18-Prozent-Anteil an dem Airport trennen will. Hochrangige Fraport-Manager sähen es am liebsten, wenn die Lufthansa das 400 Millionen Euro teure Paket an dem börsennotierten Konzern übernimmt. Weitere 52 Prozent der Aktien halten die Stadt Frankfurt und das Land Hessen. Durch die engere Einbindung ihres Hauptkunden wollen die Fraport-Bosse verhindern, dass die Lufthanseaten noch mehr Verkehr nach München verlagern, wo sie mit der Flughafengesellschaft bereits seit einem Jahr ein gemeinsames Terminal betreiben. Auch den Airline-Managern, die über eine Kapitalerhöhung gerade erst 750 Millionen Euro eingesammelt haben, brächte der Deal Vorteile, weil sie größeren Einfluss auf die Geschäfts- und Gebührenpolitik erhielten. Erste Gespräche mit Fraport-Managern und Vertretern des Berliner Finanzministeriums haben bereits stattgefunden, bislang allerdings ohne Erfolg. Um die ehrgeizige Expansionsstrategie der Fraport-Manager im Ausland zu stoppen, die bei der Lufthansa extrem kritisch gesehen wird, müssten sich die Airline-Manager allerdings mindestens 25 Prozent der Anteile sichern.

DER SPIEGEL 27/2004
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FLUGHÄFEN:
Lufthansa liebäugelt mit Fraport-Einstieg

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