28.06.2004

SOLARENERGIEStaatlich geförderter Börsenboom

Seit Jahresanfang glänzen die börsennotierten Anbieter von Solartechnik mit gigantischen Kurssteigerungen. Der Preis einer Sunways-Aktie verdoppelte sich, bei Solarworld betrug der Sprung 170 Prozent. Die Papiere der kleinen Solon AG sind gar sechsmal mehr wert, obwohl das Unternehmen noch 2003 Verluste machte und seine Planzahlen verfehlte. Die Firmen profitieren von der explosiv steigenden Nachfrage nach ihren Produkten, seit der Staat die Einspeisevergütung für Strom aus Solarzellen auf bis zu 62,4 Cent pro Kilowattstunde seit Jahresanfang erhöht hat. Alle Hersteller versuchen nun, ihre Produktion möglichst schnell nach oben zu fahren. Es ist absehbar, dass die für 20 Jahre garantierte Förderung stärker als geplant gekappt wird, wenn eine CDU-geführte Bundesregierung an die Macht käme. Dann würde auch der Börsenboom schnell in sich zusammenbrechen. Die Solarworld AG entwickelt sich deshalb zum Komplettanbieter - von Solarzellen bis zu deren Recycling. Zurzeit platziert das Bonner Unternehmen eine Teilschuldverschreibung, die mit sieben Prozent verzinst ist. Einer der Aktionäre, die Bayer AG, nutzte am vergangenen Freitag die hohen Kurse zum Ausstieg. Die Aktien übernahm Großaktionär Frank Asbeck, der nun mit seiner Familie 45,9 Prozent der Anteile hält.

DER SPIEGEL 27/2004
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SOLARENERGIE:
Staatlich geförderter Börsenboom

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