28.06.2004

PHILIPPINENPräsidentin fürchtet Putsch

Unruhige Zeiten stehen der von Terroranschlägen, Korruption und Wirtschaftskrise geplagten Inselrepublik bevor. Der knappe Wahlsieg von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo, 57, stabilisiere die politische Lage kaum, warnen westliche Diplomaten in Manila. Arroyo wurde nach
sechs Wochen Stimmenauszählung in der vorigen Woche offiziell zur Regierungschefin des 80-Millionen-Einwohner-Landes erklärt. Sie hatte mit nur gut einer Million Stimmen Vorsprung vor dem populistischen Filmschauspieler Fernando Poe gewonnen. Dessen Anhänger wollen das Resultat anfechten und schüren politische Unruhe. Poe wirft Arroyo Wahlfälschung vor. Tatsächlich waren bei der Stimmabgabe Betrug und Stimmenkauf weit verbreitet. Vor allem arme Philippiner stimmten für den alternden Mimen ohne politische Erfahrung - und damit gegen das Establishment um Arroyo, das vor allem von alteingesessenen Clans und korrupten Politikern geprägt ist. Die Präsidentin hat zwar mehr Schulen und Krankenhäuser und eine Million Jobs pro Jahr versprochen. Wie sie das bezahlen will, bleibt offen. Aus Angst vor einem Putsch wurden die Sicherheitsmaßnahmen in Manila drastisch verstärkt. Drei Bomben konnten gerade noch rechtzeitig gefunden werden. Muslim-Rebellen wie die Abu Sayyaf, die mit Terrorattacken das Land verunsichern, kündigten zudem weitere Aktionen an.

DER SPIEGEL 27/2004
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PHILIPPINEN:
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