28.06.2004

EUROPÄISCHE UNIONZank um Zypern

Gegen die Anerkennung der EU-Vollmitgliedschaft Südzyperns sträubt sich die Türkei. Sie will nicht so einfach hinnehmen, dass die griechischzyprische Regierung die türkische Minderheit im Norden der Insel mitvertritt. Bei den Verhandlungen zur Anpassung der Zollunion zwischen Ankara und der Europäischen Union nach der Erweiterung wollte die türkische Regierung daher nur 24 EU-Staaten einbeziehen und Zypern ausgrenzen. Erweiterungskommissar Günter Verheugen zeigte seine "Überraschung". Eindringlich ermahnte er die Türkei, nicht die Chance für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen zu gefährden. Über die will der Europäische Rat im Dezember entscheiden. Die Spannung wird verstärkt durch die Empörung Ankaras über Brüsseler Kreise, die der Türkei Verhandlungen über die EU-Aufnahme nicht vor 2006 anbieten wollen. So lange will sich Premier Tayyip Erdogan nicht vertrösten lassen. Im Zypern-Konflikt signalisierte er ein mögliches Einlenken. Da die Staats- und Regierungschefs die Türkei förmlich "ersuchen", die Zollunion-Verhandlungen, die im Namen aller 25 EU-Mitglieder geführt würden, bald abzuschließen, will die Regierung Erdogan den Fall "ehrlich und ernsthaft" prüfen.

DER SPIEGEL 27/2004
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EUROPÄISCHE UNION:
Zank um Zypern

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