28.06.2004

KULTURHAUPTSTADTFlucht zum Sieger?

Verlierer sind selten fröhlich. Aber in Augsburg kochte vergangene Woche die Volksseele - und daran war nicht der Fußball schuld, sondern die Kulturpolitik. Nachdem sich eine vom bayerischen Kunstministerium eingesetzte Experten-Jury dafür entschieden hat, Regensburg als bayerischen Bewerber in das Rennen um die Kulturhauptstadt Europas 2010 zu schicken, sind die unterlegenen Augsburger auf der Zinne. Zwar hatte die Jury ihnen die mit Abstand beste Bewerbung bescheinigt, aber aus geopolitischen Gründen dennoch Regensburg vorgezogen. Im Blick auf die Osterweiterung der EU liege die Stadt an der Donau einfach günstiger. Die Unterlegenen munkelten über Mauscheleien der Münchner CSU-Regierung hinter den Kulissen und empörten sich über das Gerücht, dass der Augsburger Bewerbungsleiter Thomas Höft, 42, zu den siegreichen Regensburgern überlaufen werde. Höft gab sich diplomatisch. Wenn "die Inhalte der Augsburger Bewerbung in Regensburg berücksichtigt werden", und er "wirklich helfen kann", sei er einer Kooperation "grundsätzlich nicht abgeneigt". Ein reales Wechsel-Angebot, so Höft, liege ihm aber noch nicht vor.

DER SPIEGEL 27/2004
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