28.06.2004

MILITÄRTECHNIKBlitzschleudern gegen Demonstranten

Wenn eine Demonstration aus dem Ruder läuft, könnten Polizisten in Zukunft statt Wasserwerfern so etwas wie Blitzschleudern einsetzen - und schon brechen Gewalttäter wie gelähmt zusammen. Die Technik dazu wird derzeit von Firmen wie Xtreme Alternative Defense Systems entwickelt. Herkömmliche Elektroschockpistolen ("Taser") können nur gegen einzelne Gegner eingesetzt werden: Zwei dünne Drähte werden dabei wie mit einer Harpune abgefeuert und unter elektrische Spannung von rund 50 000 Volt gesetzt, was die Muskeln lähmt. Das neue System namens "Stunstrike" dagegen, das derzeit für die U. S. Marines entwickelt wird, soll stattdessen einen Strom von elektrisch aufgeladener ("ionisierter") Luft auf den Gegner feuern. Noch ist die Reichweite auf nur drei Meter beschränkt, doch bald soll das Gerät Distanzen von bis zu hundert Metern überbrücken, vergleichbar einem Gartenschlauch, der nicht Wasser versprüht, sondern Blitze. Sogar Autos ließen sich mit einem solchen Ionenstrahl stoppen, indem ihre Zündung gestört würde. Kritiker wie Amnesty International warnen vor den angeblich nicht tötenden Waffen: Ohne unabhängige Studien bleibe völlig ungewiss, wie gefährlich die neuen Elektroschocker wirklich sind.

DER SPIEGEL 27/2004
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MILITÄRTECHNIK:
Blitzschleudern gegen Demonstranten

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