28.06.2004

ÖKOLOGIEGesund durch Sturm und Brände

Wälder gedeihen keineswegs dann am besten, wenn sie in Ruhe gelassen werden. Im Gegenteil: Ohne tief greifende Störungen wie Sandstürme, Waldbrände, Lavaflüsse oder Vergletscherung neigen Waldböden dazu, im Lauf von Jahrtausenden unfruchtbar zu werden. Zu diesem Ergebnis kommt David Wardle von der schwedischen Universität für Agrarforschung in Umeå. Entscheidend, so berichten er und sein internationales Forscherteam in der Zeitschrift "Science", ist dabei nicht, wie bisher angenommen, der Stickstoff-, sondern vielmehr der Phosphorgehalt der Böden. Die Waldforscher hatten die Menge der Biomasse in Schweden, Alaska, Hawaii, Australien und Neuseeland verglichen, wobei das Alter der untersuchten Böden von sehr jung (6000 Jahre) bis extrem alt (4,1 Millionen Jahre) variierte. In allen Wäldern, egal ob nordischer Nadelwald oder tropischer Dschungel, zeigte sich, dass die jeweils jüngsten Böden stets die phosphorreichsten und deshalb fruchtbarsten waren. Phosphor ist lebenswichtig für Mikroorganismen, die dabei helfen, für das Pflanzenwachstum notwendige Mineralien freizusetzen. Naturkatastrophen seien geeignet, die biologische Uhr der Böden ("Chronosequenz") zurückzustellen, so die Autoren. Ohne gewaltsame Waldesunruh dagegen verkümmerten die Bäume früher oder später.

DER SPIEGEL 27/2004
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