28.06.2004

PSYCHOLOGIEWeiß leuchtet besser

Gelbliche Straßenbeleuchtung ist bei Stadtvätern beliebt, denn so genannte Natriumdampflampen halten lange, locken keine Nachtfalter an und verbrauchen vor allem weniger Strom. Immer mehr Gemeinden sehen deshalb gelb, insbesondere in Großbritannien und Belgien. Doch das Energiespar-Image ist unverdient, behauptet nun Tadj Oreszczyn, Professor für Energiedesign am University College in London. Bei einer Befragung von 3500 Bürgern zweier Städte, die gerade von weißem auf gelbes Licht umgestellt hatten, zeigte sich: Nicht nur die gefühlte Helligkeit ist bei gelblichem Licht deutlich niedriger, Gesichter entgegenkommender Passanten etwa werden erheblich später erkannt. Vor allem für Menschen über 45 Jahre sei die Beleuchtung oft nicht ausreichend, da sie rund 30 Prozent mehr gelbes als weißes Licht benötigten, um sich sicher zu fühlen, berichtet Oreszczyn. Ein gesteigertes Helligkeitsempfinden sei dabei leicht mit Stromsparen vereinbar, so der Professor: "Wir haben herausgefunden, dass man, um ein Gesicht zu erkennen, bei weißer Beleuchtung nur halb so viel Licht benötigt wie bei gelber."

DER SPIEGEL 27/2004
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