28.06.2004

TV-SENDERBruderzwist bei RTL

Die Querelen zwischen dem Fernsehmarktführer RTL und seinem kleinen Bruder RTL II, an dem die RTL Group mit immerhin 35,9 Prozent beteiligt ist, nehmen immer bizarrere Formen an. Der neueste Konflikt entzündet sich ausgerechnet an dem RTL-II-Vorabend-Dauerbrenner "Big Brother". Vor 14 Tagen lud RTL die zuvor fest gebuchten Container-Insassen, die es mit ihrem Song "Unser Haus" bis auf Platz acht der Single-Charts geschafft hatten, aus der eigenen Musikshow "Top of the Pops" wieder aus - nur einen Tag vor der Aufzeichnung. Ungnädig zeigte sich RTL auch bei einem anderen Wunsch der Münchner RTL-II-Kollegen: Sie hätten mit der RTL-Sexberaterin Erika Berger gern im Container eine Stunde lang "Eine Chance für die Liebe" nachgespielt. Auch hier zeigte sich RTL spröde, auch hier gab es eine Absage. Den Hintergrund vermuten die Münchner im Quotenerfolg von "Big Brother", der der parallel laufenden RTL-Seifenoper "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" ("GZSZ") schwer zu schaffen macht. Ausgerechnet vor der 3000. "GZSZ"-Folge musste der Sender die Werbepreise wegen der sinkenden Marktanteile um mehrere tausend Euro senken. Dennoch wundert man sich bei RTL II: "Wir hätten nicht gedacht, dass man als Marktführer so unentspannt sein kann" - und denkt über eine Retourkutsche nach: RTL-"Superstar" Alexander ist regelmäßiger Gast bei der RTL-II-Musikshow "The Dome" - noch.

DER SPIEGEL 27/2004
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