28.06.2004

Valéry Giscard d'Estaing

Valéry Giscard d'Estaing , 78, französischer Ex-Staatspräsident, hatte bislang wenig Grund zur Freude in seinem jüngst gewonnenen Amt. Als Ex-Staatschef hat er Anspruch auf einen Sitz im illustren Verfassungsrat, dem Conseil constitutionnel. Nachdem Giscard Ende März sein letztes politisches Mandat verloren hatte - er wurde als Präsident des Regionalrats Auvergne abgewählt -, besann er sich auf jenes Recht. Kaum im Amt, erkundigte der Neuzugang sich beim Ratspräsidenten Pierre Mazeaud, was er als Verfassungsweiser denn so verdiene. Trockene Antwort des Altgaullisten Mazeaud, der den Liberalen nicht schätzt: "Es gibt nur Tagegelder für Sitzungen." Als Giscard die Löhnung für die ersten beiden Sitzungen einforderte, blitzte er ab: "Tut mir Leid. Die ersten beiden Sitzungen haben Sie geschwänzt." Mazeaud lieferte aber noch einen Rat nach: Als unabhängiger Verfassungsrichter müsse Giscard wie seine neun Kollegen von nun an "öffentlich äußerste politische Zurückhaltung" üben.

DER SPIEGEL 27/2004
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Valéry Giscard d'Estaing

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