05.07.2004

5. Juli 2004 Betr.: Saudi-Arabien

Inmitten Riads ragt der Kingdom Tower in den Himmel - es ist die Firmenzentrale von Prinz Walid Ibn Talal, einem Neffen des saudischen Königs Fahd. Hier, im 66. Stock, fanden sich vergangene Woche die SPIEGEL-Korrespondenten Volkhard Windfuhr, 67, und Bernhard Zand, 36, zum Gespräch mit dem politisch einflussreichen Prinzen ein, doch der schlug einen Ortswechsel vor - "wegen der Atmosphäre". Im Konvoi ging es in ein Wüstencamp, 165 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt. Dort wurde der Prinz von rund tausend weiß gekleideten Männern zu einem Madschlis erwartet, einer Versammlung von Stammesbrüdern. Einzelne Männer traten nacheinander vor und übergaben ihm kleine Zettel mit privaten Wünschen: Der eine hoffte auf Geld, ein anderer auf Zuspruch, der nächste trug zunächst ein Gedicht vor ("O Prinz des Wohlseins") - und bat danach ganz unverblümt um einen Chevrolet-Geländewagen. "Nicht vergebens", so Zand, "die meisten Wünsche wurden erfüllt." Schließlich auch jener der SPIEGEL-Redakteure: Gegen zwei Uhr morgens stand Prinz Walid gut gelaunt und offen zum SPIEGEL-Interview bereit - über den Terrorismus in Saudi-Arabien, der das Herrscherhaus bedroht: "Unser Überleben hängt von der Vernichtung dieser Terroristen ab", sagt er (Seite 102).

DER SPIEGEL 28/2004
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