05.07.2004

TV-Vorschau

Das Geheimnis der Atombombenversuche
Montag und Dienstag, 19.00 Uhr, Arte
15 Jahre nach Beendigung der Atombombenversuche in Semipalatinsk, Kasachstan, wurde das ehemals größte Testgebiet der Sowjetunion kürzlich für Wissenschaftler aus aller Welt geöffnet. Zusammen mit einem russischen Geologen durfte zum ersten Mal ein westliches Kamerateam in das einst gesperrte Steppengebiet. Der 2. Teil der Dokumentation zeigt einen früheren Kameramann im ehemaligen US-Atomtestareal in der Wüste Nevadas - hier hatte er während der Explosionen gefilmt. Neben eindrucksvollem Archivmaterial präsentieren die Filmemacher Gerold Hofmann und Marcus Fischötter auch neue Augenzeugen: nichts ahnende Menschen, die während der Tests am Rande der Gebiete picknickten. Eine Dokumentation über düstere Geheimnisse - und das Versuchstier Mensch.
Einmal Bulle, immer Bulle
Mittwoch, 20.15 Uhr, ZDF
Der 18-jährige Benjamin hat immer die Polizei im Haus: Sein Vater, seine Mutter und die ältere Schwester sind bei der Kripo. In sechs Folgen kombinieren Mathias Klaschka und Elisabeth Schwärzer (Buch) sowie Ulrich Zrenner und Christine Kabisch (Regie) die Familien- mit der Krimiserie. Die gut aufgelegten Darsteller, allen voran Renate Krößner als Bullen-Mutter, bringen viel Leben in die etwas zu schematischen Kriminalfälle.
Ina & Leo
Ab Donnerstag, 18.50 Uhr, ARD
Guter Wein, weiß der Fachmann, wird noch besser, wenn man ihn ein paar Jahre im Keller lagert. Ob diese Methode auch bei mediokren Fernsehserien funktioniert, versucht gerade die ARD herauszufinden. Seit dem Jahr 2000 ruhen 13 Folgen à 50 Minuten einer neuen Vorabendreihe namens "Ina & Leo", angefertigt von der TV-Produktionsfirma Ufa für einen stolzen Millionenbetrag, ungesendet im Archiv. Damals befanden die ARD-Hierarchen, "Ina & Leo" sei dem Publikum nicht zuzumuten. Doch die ARD lässt nichts verkommen und verhackstückte die Programmkonserve deshalb jetzt neu, in 26 Episoden von je 25 Minuten. Die gute Nachricht: Das Erste hat schon Schlimmeres gesendet als diese biedere Dauer-Schmonzette vom allein erziehenden Vater Leo (Leonard Lansink) und seiner 18-jährigen Tochter Ina (Susanne Gärtner), die mit ihrer sonnig-patenten Ausstrahlung auch für Cornflakes Reklame machen könnte. Stattdessen organisiert Ina einen Ausflug für verhaltensgestörte Kinder (Folge 1), besorgt einem heimatlosen US-Austauschschüler ein neues Zuhause (Folge 2), rettet einen Mitschüler aus Südamerika vor der Polizei (Folge 3) und bleibt auch sonst so sittsam, bescheiden und rein, wie die frühe Sendezeit es verlangt.
Tatort: Odins Rache
Sonntag, 20.15 Uhr, ARD
Rechte Szene, zwei ermordete Skinheads, ein aalglatter Anwalt als neofaschistischer Pate, ein zwielichtiger V-Mann und seine melancholische Vorgesetzte vom Verfassungsschutz (Barbara Rudnik) - der erfahrene "Tatort"-Zuschauer meint das Milieu und seine Geschichten sattsam zu kennen. Leider täuscht diese Erwartung nicht: Drehbuchautor und Regisseur Hannes Stöhr ("Berlin is in Germany") erzählt sehr konventionell von den Ermittlungen der Kölner Kommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär). An der Psychologie der Personen ist der Krimi wenig interessiert; die Lösung des komplizierten Falls erscheint wichtiger als der Weg dorthin; der schreckliche Rechtsextremismus wird filmisch harmlos ins Bild gesetzt.

DER SPIEGEL 28/2004
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DER SPIEGEL 28/2004
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