12.07.2004

CDUHohmann bei Israel-Gegnern

Kurz vor der Entscheidung über seinen Ausschluss aus der CDU erregt der Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann erneut Aufsehen. Am vorvergangenen Donnerstag war der Politiker "Ehrengast" einer antiisraelischen Konferenz in Wien. Eingeladen wurde er von einer Gruppe ultraorthodoxer Rabbiner. Die jüdischen Fundamentalisten glauben, dass Gott den Juden das Leben in der Diaspora auferlegt habe, daher betrachten sie den jüdischen Staat als Gotteslästerung. "Die Zionisten tragen eine wesentliche Schuld am Holocaust", behauptete der selbst ernannte Oberrabbiner, Moishe Ayre Friedman, auf dem Treffen im Wiener Radisson-Hotel. Die Vernichtung von sechs Millionen Juden durch die Nazis sei "die Strafe Gottes für das jüdische Volk, das sich im Zionismus vom Glauben abwandte", so Friedman. Eine ähnlich abstruse These hatte Hohmann im vergangenen Oktober verbreitet, als er im Zusammenhang mit dem Judentum das Wort "Tätervolk" gebrauchte. Der Parlamentarier war daraufhin aus der Unionsfraktion ausgeschlossen worden. Hohmann distanzierte sich auf Anfrage nicht von den Thesen der Ultraorthodoxen. "Die tiefe opferbereite Religiosität der Rabbiner hat mich sehr beeindruckt", teilte der CDU-Mann stattdessen mit.

DER SPIEGEL 29/2004
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