19.07.2004

GESTORBENLothar Baier

Lothar Baier , 62. Treue zeichnete sein Denken aus, Treue zu den Autoren, auf die er sich bezog, Treue zu den Erfahrungen seiner Generation und Treue zu sich selbst, zu der Eigenheit seiner Wahrnehmung. Der aus Karlsruhe stammende Baier war politischer Essayist, Literaturkritiker und Erzähler. Seit den siebziger Jahren zählten seine Arbeiten - veröffentlicht unter anderem in der "Frankfurter Rundschau", der "taz", der "Zeit" und, seit dem Mauerfall, vor allem im "Freitag" - immer zum Bemerkenswerten: ruhig, beinahe leise im Ton, sprachlich so eindringlich wie diskret, genau und unnachgiebig in der Analyse, persönlich nur im Notfall. In Kanada, wohin er vor einigen Jahren übersiedelte, wirkte Baier noch einmal in einer bewährten Rolle - als Vermittler französischer Kultur, als der er auch in der Bundesrepublik gewirkt hatte. Lothar Baier, Jean-Améry-Preisträger, wurde nach seinem Selbstmord am 11. Juli in Montreal tot aufgefunden.

DER SPIEGEL 30/2004
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