09.08.2004

WAFFENDemonstranten in der Mikrowelle

Eine mobile Mikrowellenkanone, die sowohl bewaffnete Angreifer als auch Demonstranten in die Flucht schlagen soll, steht kurz vor der Einsatzreife. Die von US-Militärforschern entwickelte nichttödliche Waffe schießt Mikrowellen auf die Opfer und erhitzt so das Wasser in deren Haut. Die Getroffenen haben das Gefühl, in Flammen zu stehen, und werden "zur sofortigen Flucht gezwungen", wie es in einem Papier des Forschungslabors der US-Luftwaffe heißt. Zu realen Verbrennungen soll es erst nach 250 Sekunden ununterbrochenen Beschusses kommen. Die Testpersonen gaben jedoch an, nicht mehr als ein paar Sekunden im Strahl ausgehalten zu haben. Außerhalb des Strahls soll der Schmerz angeblich sofort nachlassen und keine bleibenden Schäden hinterlassen. Menschenrechtsgruppen kritisieren allerdings, dass die Kanone auch als Folterinstrument eingesetzt werden könnte. Spuren hinterlassen die Mikrowellen nämlich nicht. Unklar ist zudem, wie die Wellen zum Beispiel auf die empfindliche Augenhornhaut wirken.

DER SPIEGEL 33/2004
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