16.08.2004

GESTORBENWolfgang J. Mommsen

Wolfgang J. Mommsen , 73. Der Urenkel des Nobelpreisträgers Theodor Mommsen ("Römische Geschichte") - konfliktfreudig, ein animal politicum durch und durch - gehörte zu den bedeutendsten deutschen Historikern. Während sein Zwillingsbruder Hans sich der Weimarer Republik und der NS-Zeit verschrieb, forschte der langjährige Düsseldorfer Ordinarius, international anerkannt, vor allem über die Vorgeschichte der Weltdramen - von der Märzrevolution 1848 übers Kaiserreich bis zum Ersten Weltkrieg, der "Urkatastrophe Deutschlands" (Buchtitel). Und er schrieb so hautnah, als wäre er damals selbst dabei gewesen, spannend und distanziert zugleich. Zeitweilig stand der Verehrer des Soziologen (und Lieblingsschülers seines Urgroßvaters) Max Weber dem Verband der Historiker Deutschlands vor, von 1977 bis 1985 leitete er in London das Deutsche Historische Institut. Wolfgang J. Mommsen starb am 11. August beim Baden vor der Ostseeinsel Usedom.

DER SPIEGEL 34/2004
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