06.04.1955

SOWJETZONEBERLIN-VERKEHR

Beim Außenministerium der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik wurde ein Sonderreferat eingerichtet das mit Dienststellen der Bundesrepublik über die seit Freitag letzter Woche erhöhten Straßenzölle in der Sowjetzone verhandeln soll. Die Regierung der DDR glaubt, daß die Bundesrepublik nicht mehr umhin kann, sich mit ihr an einen Tisch zu setzen. Ein Stopp des Interzonenhandels den Bonn als Repressalie angekündigt hat, könnte zu einem Bumerang für den Westen werden, weil Westberlin größere Kohlenlieferungen aus der Zone bezieht, die bei einem Interzonenhandelsstopp wegfallen und die Lage der Stadt noch mehr komplizieren würden. Pankow glaubt, hier am längeren Hebel zu sitzen. Auch der Plan des Westens, den DDR-Transithandel über Hamburg zu blockieren, wäre eine zweischneidige Sache, weil Hamburg an einer Auslastung seiner Hafenkapazität dringend interessiert ist. Der FDP - Bundestagsabgeordnete Willy Max Rademacher, ein Hamburger Spediteur, war erst kürzlich in Ostberlin, um für einen Transithandel der Zone über Hamburg zu werben.

DER SPIEGEL 15/1955
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