06.04.1955

NEU IN DEUTSCHLAND

Madame Dubarry (Frankreich). Regisseur Christian-Jaque und Gattin Martine Carol bereichern die Serie ihrer in ehelicher Gemeinschaftsproduktion hergestellten kolorierten Sittenbilder aus der Weltgeschichte um die Biographie der letzten Mätresse des fünfzehnten Ludwig. Prächtige Original-Dekors und die unbekümmerte bis grobschlächtige Burschikosität der Dialoge ("Wo sie ein Bett sieht, muß sie Hals über Kopf hinein") versöhnen mit dem abgenutzten Ablauf der Historie. (Ariane.)
Ein Mann vergißt die Liebe (Deutschland). Ein Kriminal- und Ehefilm, naturfern und kunstlos wie der Hauptdarsteller: Willy Birgel als der Strafverteidiger Kadenberg, der nur dem Recht dient - ohne Rücksicht auf Karriere, Geld und Opernabende der Gattin. Das Selbstlos-Unkonventionelle dieses Sonderlings drückt Birgel einzig mit dem Smoking aus, den er statt eines Fracks zum Ball in seiner mondänen Villa anlegt. (Apollo.)
Das ist Pariser Leben (Frankreich). Ein kleiner Farbfilm zwischen Operettenglück und -weh, teils kindlich ulkend und teils sozialistisch und nationalistisch eifernd: Sekt-Kokotten, reiche müßige Grafen, Standesdünkel und Duelle im Paris von 1900 - kulturfremde Amerikaner, arme tüchtige Grafen, Boogie- und Existentialistenlyrik 50 Jahre später. (Films Rode.)

DER SPIEGEL 15/1955
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