26.10.1955

BONNSCHMEISSER

Das Bundespresseamt hat am Dienstag letzter Woche erklärt, die "Annahme" eines deutschen Nachrichtenmagazins, der Strafantrag des Bundeskanzlers in Sachen Schmeißer beziehe sich nicht auf den ehemaligen Ministerialrat Ziebell, sei "irrig". - Der diesbezügliche Tenor des Strafantrags Dr. Adenauers hat folgenden Wortlaut: "Wegen dieses Sachverhalts, der mir am 8. Juli 1952 bekanntgeworden ist, stelle ich Strafantrag gegen den Gewährsmann Hans Konrad Schmeißer, den Verfasser des Berichts und den verantwortlichen Herausgeber der Wochenzeitschrift DER SPIEGEL." Dieser Strafantrag des Bundeskanzlers vom 8. Juli 1952 ist nie ergänzt worden. Hans-Jürgen Ziebell ist weder identisch mit Hans Konrad Schmeißer, noch ist er der Verfasser des Berichts "Am Telephon vorsichtig" - er hat keine Silbe davon verfaßt - , noch ist er verantwortlicher Herausgeber der Wochenzeitschrift DER SPIEGEL. Irrig ist mithin die Annahme der Bundesregierung, der Bundeskanzler habe Strafantrag gegen Ziebell gestellt. Es gibt auch nicht die schwächste rechtliche Stütze für diese Annahme.

DER SPIEGEL 44/1955
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