27.09.2004

AFFÄRENBelastende Briefe

Der frühere baden-württembergische Wirtschaftsminister und ehemalige stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Walter Döring gerät in der Umfrageaffäre weiter in Erklärungsnot. Döring hatte sich im Mai 1999 mit dem umstrittenen Kontaktehändler Moritz Hunzinger über eine positive Umfrage zu seiner Wirtschaftspolitik geeinigt. Die Gesamtkosten in Höhe von 40 194 Mark sollen sich nach einem internen Vermerk der Mannheimer Staatsanwaltschaft ein Hunzinger-Unternehmen (30 194 Mark) und die Firma FlowWaste (10 000 Mark) geteilt haben. Der Ex-Minister, gegen den wegen des Verdachts der Vorteilsannahme und der uneidlichen Falschaussage ermittelt wird, bestritt bisher, etwas über die Höhe der Kosten oder die Finanzierung der Umfrage gewusst zu haben. Dörings ehemalige Büroleiterin Margot Haussmann, gegen die ebenfalls wegen des Verdachts der Falschaussage ermittelt wird, widersprach der Version des Politikers bei ihrer Vernehmung Anfang September durch die Staatsanwaltschaft und belastete diesen schwer. Döring sei von ihr über die Höhe der Kosten und die Finanzierung informiert worden. Die Fahnder hatten zahlreiche Dokumente, darunter auch Unterlagen über eine umstrittene Spende Hunzingers an Döring, bei Durchsuchungen im Ministerium und in Haussmanns Wohnung gefunden. Dörings wütende Reaktion in einem Schreiben an die Familie: "Wieso werden diese Briefe bei Euch in Eurer Privatwohnung gefunden, obwohl es doch immer hieß, es gäbe da nichts zu finden?"

DER SPIEGEL 40/2004
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