27.09.2004

ENERGIEPREISEZerstrittene Stromkonzerne

Voraussichtlich wird der mit Spannung erwartete Energiegipfel bei Bundeskanzler Gerhard Schröder erst Mitte Oktober stattfinden. Damit rechnen zumindest die großen Energieversorgungsunternehmen. Ein Grund für die Verschiebung des ursprünglich für diesen Monat geplanten Gesprächs: Kanzleramt und Bundeswirtschaftsministerium wollen offenbar abwarten, bis erste Ergebnisse der laufenden Kartellamtsuntersuchungen zu den aktuellen Strompreiserhöhungen vorliegen. Parallel dazu haben Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und Vertreter des Kanzleramts vergangene Woche versucht, die Strommanager in vertraulichen Gesprächen zu Kompromissen für das Spitzentreffen zu bewegen - bisher ohne Erfolg. Zwar hält Branchenprimus E.on am Vorschlag fest, die Strompreise bis zur Einsetzung einer Regulierungsbehörde im kommenden Jahr einzufrieren. Völlig überraschend forderte das Unternehmen dafür jedoch Gegenleistungen der Bundesregierung, etwa eine Senkung der Ökosteuer. Andere Konzerne wie RWE lehnen selbst ein Moratorium rundweg ab. Sie wollten sich lediglich verpflichten, einen Teil der Milliardengewinne in Stromnetze und Kraftwerke zu investieren. Auf eine Senkung der Strompreise, wie sie Clement anregte, will sich bisher keiner der großen Energieversorger einlassen.

DER SPIEGEL 40/2004
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ENERGIEPREISE:
Zerstrittene Stromkonzerne

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